Beetgestaltung,  Design,  Mit Schaufel und Harke

10 geniale Stauden für den Klimawandel (Teil 1)

Zu kleine und schnell vergangene Blüten, verbrannte Blätter und vertrocknete Stauden. Wer einen Garten hat, weiß wovon ich spreche. Starke Hitze, wenige, aber heftige Regenfälle, Hagel und starker Wind sorgen dafür, dass in vielen Gegenden Deutschlands nicht mehr genug Wasser vorhanden ist. Das Grundwasser sinkt und die Böden trocknen aus! In den Wäldern zeigt sich bereits deutlich, welche Bäume zukünftig aus unserer Natur verschwunden sein werden. Sie haben nur noch wenige Blätter, verdorrte Äste und so mancher Baum ist bereits komplett abgestorben. So ist es auch mit den Pflanzen in unseren Gärten. Nicht alle bestehen diese Wetterkapriolen. Deshalb zeige ich Dir, welche Stauden sich bei mir bewährt haben und gut mit heißen Sommern und feuchten Wintern zurecht kommen.

Selbst schattige Bereiche dürsten nach Wasser.

Mittelmeer-Wolfsmilch

Die Mittelmeer-Wolfsmilch ist die ideale Pflanze für heiße Sommer und zudem eine Prachtstaude, die ihres gleichen sucht. Im Frühjahr trägt sie ein gelbgrünes Blumenkleid und leuchtet damit frisch und hell aus dem Garten heraus. Sie ist der perfekte Begleiter für die späten Frühjahrsblüher, wie Tulpen oder Nachtviolen. Gemeinsam strukturieren sie meinen Vorgarten und sorgen für ein atemberaubendes Mai-Spektakel. Später leuchten die dicken fleischigen Stängel mit den länglichen Blättern in einem klaren Silbergrün zwischen Wald-Geißbart und Ballhortensien.

Die Mittelmeer-Wolfsmilch wirkt trotz wärmerem Klima wunderbar frisch.

Die Mittelmeer-Wolfsmilch braucht selbst in heißen Hitze-Sommern nicht gegossen werden und steht trotzdem aufrecht im Beet. So ist sie auch eine Pflanze für faule Gärtner, denn kümmern muss man sich nur wenig um sie. Im Winter behält sie ihr Blätterkleid. Das ist der einzige Moment, in dem sie nicht wie eine Königin über allem thront. Wenn es stark friert, legt sie ihre belaubten Stängel auf den Boden. Wer sie nicht gut kennt, hat schnell Sorge, dass sie erfroren ist. Aber weit gefehlt! Sobald die Temperaturen steigen, erhebt sie sich wie „Phönix aus der Asche“ empor, um im Frühjahr wieder perfekt aus dem Beet heraus zu leuchten.

Kugeldistel

In meinem Garten gibt es zwei Sorten der wundervollen Strukturpflanze. Im Rosengarten steht „Echinops sphaerocephalus Arctic Glow“. Sie bildet ein skurriles und strukturales Astgeflecht gekrönt mit unzähligen Kugeln. Die Zweite habe ich als Ableger von einer lieben Freundin bekommen. Sie hat sich seltsamerweise im Schattengarten versamt und gedeiht dort wider erwartend prächtig. Diese Sorte wächst jedoch eher horstig im Gegensatz zu der skulpturalen Form der „Arctic Glow“. Den Namen weiß ich leider nicht. Sie könnte vielleicht „Echinops ritro“ sein. Neben ihrer Eigenschaft als Strukturpflanze, behauptet sie sich gut gegen Hitze und feuchte Winter.

Die Kugeldistel wird von den Insekten geliebt.

Es gibt noch einen weiteren Vorteil. Sie ist eine sehr beliebte Insektenweide! Vor allem Bienen und Hummeln laben sich an ihr. Wird es zu heiß, hängen schon einmal die Blätter, die jedoch am nächsten Tag wieder wunderbar aussehen. Ihre Stängel sind extrem fest, ebenso ihre blütenreichen Kugeln. Deshalb ist sie auch nach der Vegetationsperiode als skulpturale Struktur im Beet ein attraktiver Hingucker. Auch sie schafft sowohl heiße Perioden, als auch feuchte Winter. Beides eine Herausforderung für viele Pflanzen.

Wollziest

Der Wollziest ist mit seinen behaarten, silbrigen Blättern perfekt auf heiße Sommer vorbereitet. Deshalb muss er auch nicht gegossen werden. Besonders gut macht er sich als Beetrandstaude, da er mit seinen Blättern hübsche, niedrige Tuffs bildet. Im Juni fängt er an zu blühen und schiebt seine Blütenköpfe senkrecht in die Höhe. Dann wird er selbst zum Blütenstar. Zwar sind die eigentlichen Blüten kaum zu sehen, trotzdem bringen die silbrigen Kolben viel Helligkeit ins Beet. Auch wenn die Blüten als eher unscheinbar wahrgenommen werden, locken sie dennoch Bienen und Hummeln in einer großen Anzahl an. Dort wo er steht, summt und brummt es den ganzen Tag.

Trotz Klimaveränderung: der Wollziest zeigt sich üppig und imposant.

Feuchte Winter mag er nicht so gerne. Dann sterben einzelne Pflanzenteile und manchmal auch eine ganze Pflanze ab. Das kommt jedoch sehr selten vor und lässt sich vermeiden, wenn man den Boden mit Sand und Splitt anreichert. So verhindert man Staunässe und die Erde wird im Winter nicht zu naß für die trockenheitsliebenden Wurzeln dieser Pflanze. Zudem läßt sie sich ganz leicht vermehren, so dass man nie die Sorge haben muß, dass sie ganz aus dem Garten verschwindet. Im Gegenteil! Wenn die Bedingungen für den Wollziest optimal sind, wuchert er auch gerne mal.

Lavendel

Wie viele der mediterranen Kräuter- und Duftpflanzen, hält auch der Lavendel enorm viel Hitze aus. Ähnlich dem Wollziest, braucht er einen gut durchlässigen und und mageren Boden. Überall dort wo der Lavendel zum Einsatz kommt, sollte man dies bedenken und den Boden entsprechend vorbereiten. Sonst kann es sein, dass ihm unser naßer Winter den Gar aus macht. Der Lavendel muss zudem zwei Mal im Jahr geschnitten werden. Der erste Schnitt erfolgt nach der Blüte. Das Verblühte wird mitsamt dem Stil entfernt. Ein weiterer Schnitt erfolgt im Frühjahr. Zu diesem Zeitpunkt wird der Lavendel gut eingekürzt, da er sonst zum Verholzen neigt. Als Halbstrauch würde er immer dickere Äste ausbilden, die irgendwann Auseinanderfallen. Das sieht nicht schön aus.

Im Landhaus Ettenbühl blüht der Lavendel in Kombination mit Rittersporn.

Der Duft des Lavendels ist grandios. Wer ihn so pflanzt, dass er in den Weg hinein ragt, hat beim Hindurchgehen ein besonderes Dufterlebnis. In meinem Garten wird man im Juli auf diese Weise empfangen. Mit seinen luftig kleinen Blütenkolben, wirkt er verspielt und bildet ein Meer aus zarten Duftwölkchen. Farblich findet sich ein Spektrum von Weiß über Rosa bis zu einem Lila oder Blau. Eine Farbpalette bei der man auf jeden Fall fündig wird. Ich habe Lavendel in Töpfen und natürlich im Beet. Im Gegensatz zu seinen Kollegen im Topf, braucht er dort absolut kein Wasser.

Vexiernelke

Genau genommen ist die Vexiernelke keine Staude, sondern eine zwei- bis dreijährige Pflanze. Trotzdem ist sie eine gute Überlebenskünstlerin in heißen Sommern. So verträgt sie Hitze ebenso gut, wie die Nässe kalten Jahreszeiten. Sie wächst und wächst und wächst. Am richtigen Standort versamt sie sich gerne und bleibt so – trotz ihrer Kurzlebigkeit – dem Garten erhalten. Ihre Blüte erscheint von Anfang Juni bis Ende Juli. Ich schneide die verblühten Köpfe regelmäßig ab, so dass die Kronen-Lichtnelke, wie sie auch genannt wird, bis in den September hinein blüht. Zwar nicht mehr ganz so üppig, aber völlig ausreichend.

Silber und Weiss – eine kühle Kombination, egal wie das Klima ist!

Auch sie hat silbriges Blattwerk mit einem leichten Flaum. Die Blätter sind sehr schmal. Damit ist sie perfekt für heisse Tage gewappnet. Eine tolle Erfindung der Natur! Sie verschönert mit ihrer besonderen Struktur die Beete und bringt Licht ins Blumenarrangement. Die Sämlinge können gesammelt und in einem Topf herangezogen werden. Wenn sie groß genug sind, werden sie wieder ins Beet zurück gepflanzt. Damit hat man sie genau an der Stelle, an der man sie haben möchte. Wer das „Black-Box“-Gärtnern liebt hat in der Vexiernelke auf jeden Fall die richtige Pflanze und darf sich überraschen lassen, wo sie als nächstes aufgeht.

Ecchinacea

Die Ecchinacea wird umgangssprachlich als Sonnenhut bezeichnet. Verwirrend ist, dass sie diesen Namen nicht alleine trägt, denn die Rudbeckia wird ebenfalls so genannt. Eine Pflanze mit der ich leider noch nicht so viel Erfahrungen gesammelt habe. Deshalb geht es hier allein um die Ecchinacea. Sie liebt und braucht, wie der Name schon verrät, viel Sonne. Erst dann zeigt sie sich in ihrer schönsten Pracht. In nassen Sommern neigt sie dazu „Adieu“ zu sagen oder ist zumindest nicht ganz so üppig. Deshalb ist sie perfekt für die immer heißer werdenden Sommerperioden geeignet.

Selbst an lebensfeindlichen Stellen setzt sie sich durch.

Alte, eher einfache Sorten, scheinen besser zu wachsen und länger im Garten zu verweilen als viele der wunderschönen Neuzüchtungen. Sie sind meist kurzlebiger. Ich habe die Sorte Ecchinacea purpurea „Alba“ im Garten und kann mich über eine zu geringe Wuchsfreude und Verweildauer nicht beschweren. Mindestens acht Jahre wächst sie bereits ohne größere Ausfälle. An meinem Gartenzaun hat sie sich sogar selbst ausgesät und schafft es in einer eher lebensfeindlichen Umgebung mit wenig Erde und viel Stein gut zu überleben. Wenn das nicht die richtige Pflanze für den Klimawandel ist?

Katzenminze

Im Rosengarten umschmeichelt die Katzenminze zusammen mit dem Frauenmantel und dem gewöhnlichen Salbei die Königinnen der Blumen. Dabei schert sie sich im Gegensatz zu mancher Rose überhaupt nicht darum, ob es nun zu heiß ist. Sie sieht einfach immer gut aus und bringt Leichtigkeit in das mädchenhaft arrangierte Beet. Von Lila, über Rosa, bis hin zu Weiß, findet jeder die passende Katzenminze für seinen Garten. Manche Sorten legen sich elegant über den Boden, mache stehen aufrecht. Generell sind sie ausladend, buschig und üppig.

Die Katzenminze umschmeichelt wunderbar meine Rosen.

Sie ist die perfekte Begleitpflanze für sonnige Standorte. Deshalb wird sie gerne zu Dahlien, Rosen oder sonnenliebende Rispenhortensien gepflanzt. Sie umschmeichelt, macht weicher und nimmt sich zurück. Manchmal hadert sie etwas mit zu nassen Wintern. Deshalb ist es auch hier wichtig, den Boden vorher so aufzuarbeiten, dass er gut durchlässig ist. Dann braucht man sich gar keine Sorgen mehr zu machen, denn die Katzenminze ist hart im Nehmen.

Spornblume

Wer schon einmal Urlaub in den Mittelmeerländern gemacht hat, hat sie sicher schon in ihrer natürlichen Umgebung kennen gelernt. Dort wächst die Spornblume, wo nur wenige Pflanzen überleben: an steinigen und trockenen Hängen, zwischen Mauerritzen und immer in praller Sonne. Sie ist einfach eine Überlebenskünstlerin. Zudem blüht sie den ganzen Sommer hindurch, zumindest wenn man Verblühtes abschneidet. Sie hat jedoch auch einen Nachteil. Programmiert auf Vermehrung in lebensfeindlichen Gegenden, gehen die Samen wunderbar und zahlreich in unseren guten Gartenböden auf.

Eine klasse Pflanze für den Klimawandel: die Spornblume.

Das ist nicht ganz so schlimm, denn die Sämlinge lassen sich gut jäten, machen damit aber auch Arbeit. Da ich die Spornblume gerne mag, lasse ich immer ein paar der Sämlinge stehen. Sie sieht einfach zu schön aus, wenn sie sich sanft durch die begleitenden Stauden schiebt. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie benachbarte Pflanzen verdrängt, wie es manch andere Staude gerne tut. Im Gegenteil! Sie geht eine attraktive Liaison mit ihren Pflanzennachbarn ein. Ein wunderbarer Lückenfüller!

Kupferfenchel

Ich möchte ihn nicht mehr in meinem Garten missen und ich bin froh, dass ich das auch nicht muss! Der Kupferfenchel gehört zu den Prachtstauden, die das heiße Wetter gut abhaben können. Mit seinen zahlreichen gelben Doldenblüten und einer Höhe von ungefähr zwei Metern, ist er im Juli und August eine wahre Augenweide. Mit seinen fedrigen, kupferfarbenen Blättern kommt etwas Leichtes ins Beet. Fluffig, wie eine Feder mutet sein Blattwerk an. Er bringt mit seinem ungewöhnlichen aussehen Abwechslung ins Staudenarrangement.

Seine Struktur ist genial! Der Kupferfenchel bringt Spannung ins Beet.

Ich nutze ihn auch gerne in Blumenbouqets, denn der Kupferfenchel ist nicht nur im Beet eine wahre Pracht. Deshalb findet man ihn bei mir auch gerne in der Vase. Alle möglichen Insekten weiden auf seinen Dolden. Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, Wespen, Fliegen und Käfer laben sich an seinem Nektar. Es summt und brummt auf den kleinen gelben Blüten. Der größte einheimische Falter – der Schwalbenschwanz – nutzt ihn sogar als Futterpflanze. Leider hat er sich bei mir noch nicht auf dem Fenchel nieder gelassen. Hitzeverträglich, attraktiv und eine Insektenweide! Um diese Pflanze kommt man nicht mehr herum!

Schafgarbe

Ebenfalls bei Insekten beliebt ist die Schafgarbe. Sie hat im Gegensatz zum Kupferfenchel eine größere Auswahl an Farben. Das Spektrum an Blüten reicht von Weiss, Gelb, Lila und Rosa bis hin zu Rot. So findet sich für jede Farbkombination die passende Schafgarbe. Bei mir blüht eine rosafarbene Schafgarbe im Kräuter- und Gemüsegarten. Sie mag es eher trocken. Staunässe macht ihr sehr zu schaffen und führt dazu, dass ihre Wurzeln zu faulen beginnen. Deshalb machen ihr die neuerlichen Hitzewellen auch nicht viel aus. Allerdings hat sie in den feuchten Wintern etwas zu kämpfen.

Trotz Klimawandel: ein Meer an Schafgarbe!

Auch sie möchte, wie die meisten der vorgestellten Pflanzen einen gut durchlässigen Boden. Staunässe sollte vermieden werden. So braucht ein fetter und eher lehmiger Gartenboden eine kleine Abmagerungskur mit Sand und Splitt. Erst dann hat die Schafgarbe Bedingungen, die sie gerne mag. So wird sie zur perfekten Meisterin des Klimawandels und wird auch in Zukunft unsere Gärten verschönern.

Die Bepflanzung in unserem Grün wird sich zukünftig verändern. Schon jetzt zeigt sich, dass die eine oder andere Pflanze nur mit viel Wasser über den Sommer gebracht werden kann. Bei sinkenden Grundwasserspiegeln ist das keine gute Idee. Deshalb müssen wir uns schweren Herzens von so mancher lieb gewonnener Pflanze trennen müssen. Noch bin ich nicht so weit. Wenn ich aber etwas Neues pflanze, dann achte ich bereits auf die Hitzeverträglichkeit. Du auch? Über Deine Erfahrungen mit Klimagerechten Pflanzen freue ich mich in den Kommentaren.

Liebe Grüße aus dem Garten sendet Dir,

Dein Sven


Weiterführende Links (Werbung ohne Gegenwert):

Hier findest Du Wildstauden-Ideen für Deinen Garten.

Weisst Du schon welche Stauden besonders Insekten anziehen?

Blütenideen für den Cottage-Garten kannst Du hier finden.

Weisse Stauden für einen weissen Garten.

4 Comments

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

error: Alert: Content selection is disabled!!