Buchtipp: Nachhaltige Schnittblumen
Ich liebe es meine Schnittblumen selbst anzubauen und sie in floristischen Kreationen zur Schau zu stellen. Da mein Garten recht klein ist, ist der Platz für Schnittblumen sehr begrenzt. Leider! Oft überlege ich mir, ob es nicht Sinn machen würde, auf einem Feld Schnittblumen anzubauen und sie gewinnbringend in selbst hergestellten Sträußen zu verkaufen. Vermutlich bleibt das ein Traum, da die Zeit dafür einfach nicht vorhanden ist. Wenn Du Dich jedoch mit dem Gedanken trägst es mit dem Schnittblumenanbau zu versuchen – egal ob für Dich selbst oder professionell als Verkäufer und Florist- , habe ich das perfekte Buch für Dich: „Nachhaltige Schnittblumen. Slowflowers – vom Anbau bis zum Verkauf.“

Margrit de Colle ist die Autorin dieses wunderbaren Buches und hat es selbst geschafft, nachhaltige und regionale Schnittblumen anzubauen und auf dem eigenen Hof zu vermarkten. Das ist nicht einfach, denn als sie vor zwanzig Jahren damit begann, war das Bewusstsein für die Probleme der konventionellen Blumenindustrie, wie beispielsweise die extrem hohe Belastung mit Pestiziden und Fungiziden oder die oft katastrophalen Arbeitsbedingungen der Beschäftigten kein großes Thema. Mittlerweile ist die Slow-Flower-Bewegung in aller Munde und ein wichtiger und zukunftsträchtiger Bereich des Blumenanbaus, der jedoch noch immer etwas belächelt wird. Deshalb wird es Zeit für ein Buch wie dieses, dass Neulingen in dieser nachhaltigen Branche auf eine wunderbare Reise des Blumenanbaus führt und zeigt, wie vom Anbau bis zum Verkauf alles gut gelingen kann.

Margrit hat mit diesem Werk ein Buch verfasst, dass sie zum Auftakt ihres Blumenprojektes selbst gerne gelesen hätte: „Genau so ein Buch hätte ich zu Beginn gebraucht, einen Ratgeber, Mutmacher,…“. Das Buch ist gespickt mit Erfahrungen der kreativen Blumenbäuerin. Sie zeigt, welche Pflanzen sich für den Anbau eignen, wie man sie anbaut, erntet und verwendet. Wichtig ist auch die Pflege der Blumen nach der Ernte und die florale Gestaltung, die ebenfalls einen Platz im Buch finden. Weiter geht es um den wirtschaftlichen Teil und hilfreiche Kapitel, wie Anbauplanung, Preis, Marketing und Vertrieb.

Mit diesen Erfahrungen hat sie heute sieben Hektar Land auf dem sie ihre eigenen biologisch wertvollen Blumen heranzieht. Sie besitzt ein Glashaus für blumige Workshops, einen Laden in Graz und trägt Verantwortung für fünfzehn Mitarbeiter: „Es ist noch immer schwer… Bürokratie und Unverständnis, die Verantwortung für ein so großes Team, die laufenden Zahlungen und Finanzierung der nächsten Schritte – ich hab den Hof gekauft und leider nicht geerbt. Da hilft nur extreme Hartnäckigkeit, Freude und Trotz.“

Die Leidenschaft für Blumen und ihre kreative Ader lassen sich weit in ihre Kindheit zurückverfolgen und sind letztlich die logische Konsequenz für ihr heutiges Handeln und Wirken. „Bereits als Kind hab ich gern Blumen gepflückt, gebastelt und geredet – aber als Jobprofil war das schwierig. Es hat mehrere Bereiche gebraucht… Denn je mehr ich mich mit dem Thema Blumengestaltung in unterschiedlichen Ausbildungen beschäftigt habe, desto enttäuschter wurde ich. Nie fand ich Blumenwiesen zum Pflücken, überall nur Industrieblumen, die fast nie Erde und Sonne gespürt haben, die ökologisch und sozial völlig unverantwortlich „produziert“ werden. Sie berühren mein Herz nicht, und all der Zauber geht verloren. So musste ich MEINE Blumen anbauen.“

Bis zur heutigen Erfolgsgeschichte war es ein langer Weg, auf den die Autorin mit Hilfe des Buches reflektiert zurückblicken kann. Deshalb ist Margrits Buch sehr logisch, gut strukturiert und nachvollziehbar aufgebaut. Sie folgt einerseits der Idee des biologischen Blumananbaus und ist damit Teil der immer größer werdenden Slow-Flower-Bewegung. Andererseits gelingt es ihr als Unternehmerin die wirtschaftlichen Aspekte in den Blick zu nehmen und zeigt, wie blumenbegeisterte Menschen ihr eigenes Schnittblumen-Projekt realisieren können. Damit es nicht bei einer waagen Idee bleibt, unterfüttert Margrit ihr Vorgehen sehr anschaulich, und nutzt immer wieder konkrete praktische Beispiele, wie eine exemplarische Kalkulation zum Verkauf der Blumen. Damit hat das Buch potenzial zum Standardwerk des Bioblumen-Anbaus zu werden.

„Meine drei wichtigsten Tipps zum Anbau von nachhaltigen Blumen:
- Vielfalt: Kultur und Natur, Einjährige, Zweijährige, Stauden, Strauch, Baum, Blüten, Zweig, Blatt, Wurzel….
- Pflanzen haben, wie wir Menschen Ansprüche an unsere Umgebung (Erde, Sonne, Wasser, etc.) – erst wenn diese erkannt und erfüllt werden, ist Wachstum, Gesundheit und später Ernte möglich.
- Den Reifegrad beachten beim Ernten – sonst war der ganze Anbau umsonst!!!
Margrit De Colle
„Nachhaltige Schnittblumen“ ist jedoch nicht nur ein Buch für professionelle oder angehende Blumenbauern. Wer Schnittblumen liebt und diese im eigenen Garten anbauen möchte, wird mit diesem Buch ebenfalls sehr glücklich. Ich weiß nun, welche Blumen sich für meine floristischen Kreationen eignen und wie ich sie nach den Schnitt behandeln sollte. Auch die wunderschönen Bilder der Blumen oder Sträuße lassen mich lange im Buch schwelgen und dabei Ideen für meine eigenen Kreationen finden. So kann das Buch über ein weites Zielgruppen-Spektrum wirken und ist sicherlich für jeden blumenbegeisterten Menschen ein wahres Sammelsurium an kostbaren Tipps. Das findet übrigens auch die Jury des „Deutschen Gartenbuchpreises“ und zeichnet „Nachhaltige Schnittblumen“ 2025 mit dem ersten Platz in der Kategorie „Ratgeber“ aus.
Für mich ist dieses Buch unglaublich gut gelungen! Deshalb empfehle ich es nur zu gerne an Dich weiter. Aber vielleicht hast Du „Nachhaltige Schnittblumen“ bereits gelesen? Dann freue ich mich über Deine ergänzende Rezension in den Kommentaren. Dort kannst Du hinzufügen, was hier noch nicht besprochen wurde. Ansonsten wünsche ich Dir viel Spaß beim Lesen dieses Buches und bei Deinen ersten Schnittblumen-Erfahrungen.
Auf blumige Zeiten!
Dein Sven
Buchtitel (Werbung ohne Gegenwert):
De Colle, M. (2025): Nachhaltige Schnittblumen. Slowflowers – Vom Anbau bis zum Verkauf. Bern: Haupt Verlag
Vom Hügel
„So heißt das Blumenprojekt von Margrit De Colle. Hier kann man nicht nur Blumen kaufen, sondern auch einiges über Schnittblumen lernen. Vom Blog, über Workshop bis hin zum Ladengeschäft – hier findest Du alles, was Margrit geschaffen hat.“

Zum Buch
Das Buch „Nachhaltige Schnittblumen kannst Du hier bestellen.

Selbst anbauen!
„Ich liebe es, einige meiner Schnittblumen selbst anzubauen. Hier zeige ich Dir, welche Schnittblumen sich eignen.“




One Comment
Adelheid Büscher
Habe das Buch „Nachhaltige Schnittblumen“bei der lieben Tasha gewonnen und bin ganz begeistert davon. Ich bin erst seit drei Jahren in unserem Garten (2850qm) involviert und lerne viel Neues. Schnittblumen waren immer schon mein Traum und in diesem Jahr habe ich 2 Beete und ein Hochbeet im Gemüseabteil von meinem Mann übernommen, das Buch hat mir schon einige Hilfen gegeben.Dahlien, Cosmeen, Zinnien, Nigella und Löwenmäulchen kommen gut😍. Nächstes Jahr probiere ich mehr.