Mit Schaufel und Harke,  Pflege,  Tipps & Tricks

Der Chelsea Chop

Ein berühmt berüchtigter Staudenschnitt schwappt von der großen Insel zu uns herüber und findet hierzulande immer mehr Anwendung. Chelsea Chop wird er genannt, also der Chelsea Schnitt. Benannt nach der bekannten Blumenschau, die alljährlich Ende Mai in Chelsea stattfindet und damit den ungefähren Zeitpunkt dieser Schnitttechnik angibt.

Beschnitten werden Stauden. Vor allem solche die im Sommer und Herbst zur Blüte kommen. Im Mai und Juni stehen sie mit ihrem saftig, frischen Austrieben in den Beeten und wollen unbedingt nach oben wachsen, um üppig blühen zu können. Dann ist die Zeit gekommen, in der sie um ein Drittel gekürzt werden. Je nachdem welches Endresultat erzielt werden soll, werden die Pflanzen unterschiedlich beschnitten.

Mehrere Ziele können hierbei verfolgt werden:

  1. Die Pflanze soll kompakter bleiben.
  2. Die Pflanze soll nicht auseinander fallen.
  3. Die Blütenbildung soll gesteigert werden.
  4. Die Blüte soll verzögert werden.
  5. Die Blüte soll verlängert werden.

Je nachdem, welches Ziel verfolgt wird, muss die Pflanze entsprechend zurückgenommen werden. Hierfür gibt es dann die Unterschiedlichen Schnitttechniken, die verschiedene Endresultate zur Folge haben.

Schnitttechniken des Chelsea Shops:

  1. Komplette Rücknahme um ein Drittel.
  2. Rücknahme der äußeren oder vorderen Triebe um ein Drittel und erhalt der Triebe in der Mitte oder hinten.
  3. Rücknahme von mehreren Trieben verteilt in der kompletten Pflanze und erhalt der weiteren Triebe ebenfalls verteilt in der Pflanze.

Möchte man die Pflanze Kompakter halten, bieten sich alle drei Schnitttechniken an. Je buschiger die Pflanze werden soll, umso mehr Triebe müssen zurückgenommen werden. Dies ist auch der Fall, wenn die Pflanze zum auseinander Fallen neigt. Je mehr zurückgenommen wird, umso höher wird die Anzahl der Triebe und umso mehr besteht die Möglichkeit, dass sich die Seitentriebe so verzweigen, dass sich die Pflanze selbst aufrecht hält.

Wenn die Staude später blühen soll, muss man sie komplett um ein Drittel zurück schneiden. Durch die Bildung neuer Seitentriebe verzögert sich das Ansetzen der Blüten um ein paar Wochen. Mit diesem Schnitt fällt die Blüte zudem üppiger aus, was ein weiteres Ziel des Chelsea Chops sein kann.

Wenn die Staude länger blühen soll, braucht es einen teilweisen Rückschnitt. Natürlicher sieht es aus, wenn verteilt über die Pflanze immer wieder ein Trieb um drei Viertel gekürzt wird. Dann blüht es an diesen Stängeln später, als an den Ungekürzten und der Eindruck einer längeren Blüte entsteht. Man kann aber auch nur das Innere der Staude oder nur den vorderen Bereich kürzen. Dieser blüht ebenfalls später und üppiger.

Es gibt also viele Gründe für einen Chelsea Chop. Ich schneide meine Herbst-Astern mit dem Chop, da sie sonst auseinander fallen. Zumindest in den üppigeren Staudenbeeten braucht es dann keine Stützen mehr. Den Phlox schneide ich, wie die Katzenminze und die Fetthenne nur teilweise, um die Blüte zu verlängern. Weitere Profiteure können Staudensonnenblumen, Indianernesseln und Sonnenbräute sein. Ich schneide auch den Wermut im Double Border stark zurück. Er würde sonst auseinander fallen. Das hat zudem den Vorteil, dass die langsamer wachsenden Stauden drum herum mehr Sonne bekommen und so wieder besser wachsen.

Auf diesen Schnitt verzichten würde ich bei langsam wachsenden Stauden. Hier könnte das Einkürzen dazu führen, dass die Blütenbildung gar nicht oder erst spät im Jahr erscheint. Am Besten man probiert es erst einmal mit Hilfe des teilweisen Rückschnitts aus. Mit der Zeit entwickelt sich ein Gefühl dafür, wo es einen stärkeren und wo es einen sanfteren Vorblüteschnitt braucht.

Jetzt heisst es ran an die Schere und ausprobieren. Die richtige Zeit für diesen Schnitt ist Mitte Mai bis Mitte Juni. Gut ist es, wenn die Pflanzen nach dem Schnitt noch gedüngt und gewässert werden, damit genug Kraft für die Seitentriebe vorhanden ist.

Liebe Grüße,

Dein Sven.

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