Beetgestaltung,  Design,  Double Border,  Mit Schaufel und Harke

Ein Beet mit Wow-Effekt – 3. Die Struktur

Damit ein Beet eine gute Wirkung erzielen kann, braucht es unbedingt Struktur. Beachtet man dies nicht, kann es sein, dass Pflanzen untergehen oder dass das ganze Beet chaotisch wirkt. Man erkennt sehr schnell, ob ein Beet gut durchdacht ist, oder alles eher dem Zufall überlassen wurde. Struktur bringt Harmonie. Wie Dir Struktur im Beet gelingt, zeige ich Dir jetzt.

Der Höhe nach gestaffelt – ein Strukturprinzip.

Schritt 1: Struktur des Beetes

Eine gute Vorbereitung ist das A und O, deshalb muss das Beet erst einmal ausgemessen und aufgezeichnet werden. Natürlich maßstabsgetreu! Dann kann später alles im richtigen Bezug auf das Papier gebracht werden. Mit dem Zollstock gehe ich in den Garten und vermesse mein Beet. Die Ergebnisse übertrage ich erst einmal auf eine grobe Skizze. Im Anschluß zeichne ich das Beet mit den gemessen Daten maßstabsgetreu ins Reine. Anhand meines Double Borders, zeige ich Dir nun, wie der erste Schritt des Zeichnens gelingt.

Die Struktur zeigt sich das ganze Jahr über.

In einem Beet möchte man alle Pflanzen sehen können. Deshalb müssen die Pflanzen ihrer Wuchshöhe nach arrangiert werden. Eine kleine Pflanze sollte nicht von einer Größeren verdeckt werden. Deshalb werden die Stauden der Größe nach gestaffelt. Auch diese Staffelung übertrage ich mit Hilfe von Linien auf meinen Plan. Die Tiefe des Beetes wird also in verschiedene Zonen unterteilt, die die verschiedenen Höhen der Pflanzen repräsentieren. Eine Zone sollte nicht kleiner als 60 cm tief sein. Je nach Tiefe des Beetes darf es aber durchaus größer sein. Auch diese Einteilung wird Maßstabgetreu auf den Plan übertragen.

Je nachdem, wie hoch die Pflanzen werden sollen, wird die Tiefe des Beetes bestimmt. Damit auch die Möglichkeit verschiedene Höhenzonen einzeichnen zu können. Bei einem Beet von zwei Meter Tiefe, wie in meinem Beispiel, lassen sich drei Zonen mit ca. 65 cm pro Zone einplanen. So können in der ersten Zone Stauden mit 20 bis 60 cm gepflanzt werden, in der zweiten Zone mit 60 bis 120 cm und in der dritten Zone zwischen 120 und 180 cm. Ich zeichne also drei Zonen in das Beet, horizontal zum Betrachter.

Als Erstes werden die verschiedenen Höhenzonen eingezeichnet.

Diese Vorlage dient mir als Planungshilfe, in die ich die Struktur meiner Stauden eintrage. Bevor jedoch die Stauden eingezeichnet werden, muß ich mir überlegen, ob ich außer den Stauden weitere Strukturelemente im Beet haben möchte.

Schritt 2: Statement im Beet

Große Sträucher, Rankgerüste, Obelisken oder immergrüne Formgehölze können Strukturgeber sein. Sie machen das Beet auch im Winter interessanter. Zudem kann eine Einfassung im Hinter- oder Vordergrund dem Beet Halt geben. Hecken, aber auch Holz- oder Steinelemente können so das Beet Rahmen.

Als Zweites folgen prägnante Strukturelemente.

Strukturelemente sollten sich in einer ungeraden Zahl im Beet wiederfinden. In meinem Beispiel gibt es drei Obelisken, sechs Formgehölze in Form von immergrünen Kugeln und einen kleinen Baum. Alle sind auf den Plan übertragen, bevor ich mit dem Einzeichnen der Stauden beginne.

Strukturelemente, wie der Baum, der Obelisk oder die immergrünen Kugeln sind gut zu erkennen.

Schritt 3: Struktur der Stauden

Nun geht es ans Einzeichnen der Stauden. Um mehrere Endpositionen ausprobieren zu können, empfehle ich den Plan vorab zu kopieren. Noch ist es nicht wichtig, welche Staude man auswählen möchte. Es geht allein um die Struktur, für die im weiteren Verlauf die passenden Pflanzen ausgewählt werden.

Hier erkennt man gut die Höhenstaffelung.

Die nicht definierten Stauden werden in organischen Formen in den Plan gezeichnet. Dabei sollte folgendes bedacht werden:

  • Jede Staude sollte mindestens drei mal im Beet wieder zu finden sein. Hierzu werden Buchstaben in die Formen geschrieben, damit man weiß, wo die Wiederholungen zu finden sind. Jede Staude erhält einen Buchstaben.
  • Im Beet sollte das ganze Jahr etwas blühen, deshalb sollte zum Buchstaben noch der Vermerk I, II, III, IV stehen, die die Jahreszeiten, beginnend mit dem Frühling symbolisieren. Diese sollten ebenfalls verteilt im Beet zu finden sein.
  • Die Formen sollten fließend verlaufen, damit sie natürlicher wirken.
  • Die Stauden sollten immer etwas in die andere Zone hineinragen. Auch das wirkt natürlicher.
  • Lieber weniger Staudensorten, dafür aber mehr von einer Staude verwenden. Das bringt Harmonie ins Beet.
  • Wiederholungen und Strukturelemente sollten möglichst in ungeraden Zahlen vorkommen. Das wirkt für unser Gehirn interessanter und gefälliger.
  • Größere Bereiche mit nur einer Pflanze wirken schöner, als kleinere Bereiche. Deshalb darf von einer Pflanze ruhig mehr nebeneinander gepflanzt werden. Auch das lässt das Auge ruhen und sorgt für Harmonie im Beet.
Organische Formen wirken im Beet besser.

In meinem Beispiel habe ich verschiedene Stauden eingezeichnet und darauf geachtet, dass immer etwas blüht. Dies jedoch möglichst nicht nebeneinander, sondern verteilt im Beet. Nun steht der Struktur-Plan für das Beet. Die Staudenstrukturen im Plan sind in der Regel aus mehreren Einzelpflanzen einer Sorte zusammengesetzt. Was nun noch fehlt, ist die Auswahl der Stauden. Darüber werde ich im nächsten Artikel berichten.

Immer mit guter Struktur: das Double Border.

Wie planst Du Deine Beete. Aus dem Bauch heraus oder mit Plan? Über Deinen Kommentar freue ich mich sehr.

Liebe Grüße,

Dein Sven.

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Hier geht es zu den anderen Artikeln „Ein Beet mit Wow-Effekt“:

Ein Beet mit Wow-Effekt – 1. Die Farbauswahl

Ein Beet mit Wow-Effekt – 2. Der Boden

2 Comments

  • Renate Zickenheimer

    Lieber Sven, Deine Planung ist schon sehr perfekt und total professionell. Ich könnte mir vorstellen, dass die Klassiker in England ihre Mixed-Border und Longborder genau nach diesem Prinzip geplant haben. Wenn ich das rote Doppel-Border von Hidcote vor mir sehe, ja, könnte auch so gelaufen sein. Es ist genau der richtige Weg für große gleichmäßige Border.
    Du schreibst ganz richtig, dass das harmonisch und ausgewogen wirkt und es ist auch schön ohne Frage.
    Für mich kommt so etwas nicht infrage, weil ich im Garten nicht nach dem Feng-Shui-Prinzip gärtnere. Bei meinen 180 qm kann und mag ich keine klassischen Border anlegen. Es passt auch nicht in meine vielen unterschiedlichen Habitate.
    Ich lege einen großen Wert auf Pflanzenvielfalt (jaaaa, ich gebe es zu, ich bin ein kleiner Sammel-Junkie). Außerdem liebe ich Annuelle, die mir in jedes Farbkonzept hineinpfuschen, weil sie mir sagen, „komm, willst Du echt auf Deinen geliebten roten Klatschmohn verzichten, nur weil ich mich in Deiner Weißen Ecke festgesetzt habe?“ Und wenn Du auf 180 qm einen Bachhügel, großen Teich, Steingarten, Mixed-Border rund um den Teich und rundum den Garten und hohe alte Bäume hast, dann geht das gar nicht. Es würde in meinen immer naturnaher werdenden Garten wie ein Fremdkörper wirken. Aus meiner kleinen Wiese mache ich bald noch ein Sandbeet mit einem kleinen Sandarium darin, in dieser Art Beet ist eine Höhenstaffelung zwar wichtig und zwar zur Mitte hin, aber ob die Verbascum und andere hohe Überraschungspflanzen sich da an meine Vorstellungen langfristig halten, bezweifle ich. Macht aber nichts, ich bin selbst auch etwas eigen und unangepasst. Umso mehr bewundere ich Deine exakte Planung und … das Ergebnis! Du hast einen Wohlfühlweg geschaffen, der rechts und links die Augen streichelt.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende Wurzerl

    • Sven

      Liebe Renate,
      Dein Garten ist ebenfalls klasse und spiegelt Dich wieder. Deshalb liebe ich es durch verschiedene Gärten zu wandern und die Persönlichkeit des/der Besitzers/Besitzerin einzufangen. Das ist vermutlich mein Psychologen-Anteil. Ganz nach dem Motto: Zeig mir Deinen Garten und ich sage Dir, wer Du bist. 😉 Und übrigens mag ich Menschen, die eigen sind. So hat jeder Garten etwas besonders. ❤️

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