Design,  Double Border,  Frühling

Frühling in Weiss-Gelb-Silber

Wie integriert man die Farbe Gelb in den Garten, ohne das es altmodisch wirkt? Diese Frage habe ich mir bei der Gestaltung unseres Double Borders gestellt. Im Vorfeld habe ich viel probiert und Gelb in Blumensträußen mit den unterschiedlichsten Farben gemischt. Verschiedene Gelbtöne gesichtet, Pflanzen dazu herausgesucht, mit Grüntönen gemischt. Und irgendwann hatte ich die passende Kombination gefunden: Viel Weiss, viel helles Schwefelgelb, wenig kräftiges Gelb und immer wieder silbriges Blattwerk. Das sollte die Kombination für unser Double Border werden.

Das Double Border ist ein langes Staudenbeet, dass einen Weg umschließt. Da das Beet links und rechts des Weges liegt, wird es als Double Border (aus dem engl.: Doppelbeet) bezeichnet. Dieses Beet ist ein absolutes Sonnenbeet. Zumindest bis sich die Stauden selbst etwas beschatten. Je nach Witterung blüht dieses Beet von Februar bis November und macht somit nur eine kleine Winterpause, in der jedoch die Staudenskelette weiterhin für Spannung im Beet sorgen.

Im Frühjahr übernehmen Zwiebelblüher das Regiment. Sie sind die Ersten, die das Beet verschönern. Schneeglöckchen haben sich durch die Umbauarbeiten im Garten selbst eingeschlichen und dürfen bleiben. Schließlich blühen sie weiss. Dann kommen die Krokusse hinzu. Die Sorte „Jeanne D’Arc“ hat große weisse Blüten und ist überall im Beet verteilt. Die Sorte „Cream Beaty“ habe ich in Grüppchen gepflanzt. Von beiden Sorten werde ich im Herbst nachpflanzen, da sich noch kein Wow-Effekt eingestellt hat. Es sind einfach noch zu wenig. Dafür startet gerade die weisse Sternhyazinthe in voller Blüte. Auch hier muss massig nachgepflanzt werden.

Im April kommen Narzissen mit der Bezeichnung „Cheerfulness“ hinzu. Sie sind auf beiden Seiten in den hinteren Bereichen des Beetes verstreut. Sie werden in den nächsten Tagen anfangen aufzugehen. Letztes Jahr habe ich bemerkt, dass im April nichts blüht. Damit das dieses Jahr nicht wieder passiert, habe ich letzten Herbst die Narzissen gepflanzt. Die Menge stimmt schon fast. Ich muss im Herbst nur noch wenige Lücken füllen.

Im Mai kommt dann der erste Höhepunkt im Double Border. Der Zierlauch „Mount Everest“ erobert das Beet und setzt mit seinen großen Blütenkugeln starke Akzente. Begleitet wird er von der weißen Spornblume, die bis in den Herbst hinein blühen wird. Ende Mai kommen dann auch noch die Akeleien in einem zarten Gelb und die Prärielilie in einem Cremeton hinzu.

Und wenn das Wetter richtig warm ist, können auch schon die ersten Rosen aufgehen. „Kew Gardens“ ist eine einfach blühende weiße Rose, die es gut schafft, mit den schnell wachsenden Stauden Schritt zu halten. Im Herbst ist die Rose „Vanessa Bell“ hinzu gekommen. Sie wird dieses Jahr zum ersten Mal in einem zarten Gelb blühen. Ich kann es kaum abwarten, sie in voller Pracht zu sehen. Sie ist eine Erinnerung an Vanessa Bell. Schwester von Virginia Woolf, Malerin, Mitglied der Bloomsbury-Group und Besitzerin des Charleston Farmhouse. Ich bin von ihrem Leben und Wirken sehr beeindruckt und sehe die Rosen als eine Hommage an sie.

Auch zwei Kletterkünstler werden im Mai blühen: die Klematissorten „Yukiokoshi“ und „Albina Plena“ ranken sich an den Obelisken empor und blühen in wunderbarem Weiss. Gerade im Frühling zeigen sie, welche Pracht in ihnen steckt. Begleitet werden sie je, nach Witterung, bereits von Iris. Das Beet hat meine weissen Bart-Iris aus dem Garten vor dem Umbau dazu bekommen und als neue Sorte eine Iris orientalis mit dem Namen „Frigia“. Diese erinnert mich ebenfalls an das Charleston Farmhouse, da dort eine ähnlich blühende Iris orientalis die Beete verschönert.

Damit ist der Frühling im Double Border beendet und die Sommerblumen dürfen einziehen. Letztes Jahr waren es zwei Sorten von Schmuckkörbchen. Eine weisse, hohe Sorte und eine kleinere, zart gelbe. Dieses Jahr möchte ich meine weissen Dahlien hinzupflanzen. Vielleicht auch noch Schleierkraut oder Kapuzinerkresse und Zinnien. Das muss allerdings noch etwas reifen und hängt auch davon ab, wie viel Platz die Stauden dieses Jahr einnehmen werden. Auch die Schmuckkörbchen könnten wieder ihren Weg ins Beet finden.

Es gibt also immer etwas zu tun. Jetzt heisst es erst einmal abwarten und Tee trinken. Ich muß sehen, wie sich das Beet dieses Jahr entwickelt. Dann entscheide ich, was als Sommerflor hinzu gesetzt wird. Ich hoffe, ich konnte Dich mit meiner Farbkombination inspirieren und freue mich auf Deine Rückmeldung in den Kommentaren.

Ich hoffe, Du besuchst mich und meinen Garten bald wieder.

Liebe Grüße von Sven.

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