Privatgärten,  Über Stock und Stein

Eine Perle im Gardasee

Die Isola del Garda umgibt ein Glitzern, als wäre sie von tausenden von Diamanten umgeben. In ihrer Mitte beherbergt sie eine Villa im Stil der venezianischen Neogotik, die die ganze Insel überragt und von der Herrschaftlichkeit zeugt, die sie auch heute noch ausstrahlt.

Die „Isola del Garda“ mit ihrer herrschaftlichen Villa.

Auf die Insel gelangt man nur in Verbindung mit einer Führung, die einen Rundgang durch den Garten und einen kleinen Teil des herrschaftlichen Hauses umfasst. Schon die Anfahrt ist beeindruckend. Man sieht die Insel umgeben von glitzerndem Wasser und die schlossähnliche Villa. Angelegt wird das Schiff in einer wunderbar verträumt und ruhig gelegenen Bucht, die direkt in den Garten führt.

An einer Hecke entlang, die den See vom Weg trennt, gelangt man von der Bucht in den ersten Gartenraum.

Auf der anderen Seite des Weges befindet sich ein kleines Wäldchen, das mit Bärenklau unterpflanzt ist. Die sanfte Luft, die über den See heran geweht wird, lässt die Hitze der italienischen Sommer schmelzen. Viele Schattenbereiche und lauschige Plätze laden auf dem Weg zum Verweilen ein und bieten Abkühlung mit Blick auf den See.

Das erste Gartenzimmer, in das man gelangt, befindet sich unterhalb der Villa.

Hier zeigt sich der typisch klassisch-italienische Gartenstil: formale Strukturen durch Buchsbaumhecken, Formgehölze und Rosen. Das Arrangement wird ergänzt durch ein antikes Rosenhaus und Mönchsklausen, die als architektonisches Stilmittel die Gartenarchitektur ergänzen. Auch besondere Gehölze beherbergt der Garten: Magnolien, Granatäpfel, Akazien und Zitrusbäume. Letztere stehen in einer Art Gewächshaus-Gerüst, dass im Winter zum Schutz vor Kälteschäden geschlossen werden kann und speziell in der Region am Gardasee Verwendung findet.

Zitrusbäume im Schutzgerüst, dass im Winter geschlossen wird.
Das Rosenhaus ist ein besonderes Schmuckstück.

Bereits die Römer fanden an der Insel gefallen und bauten dort ihre Villen.

Später entstand ein Kloster. Nachdem dies zerstört wurde, baute Graf Luigi Lechi dort seine Villa und legte den Grundstein für den Garten. Es gab viele Besitzerwechsel, bis der Prinz Scorpio Borghese 1901 die Villa in einen venezianisches Schlößchen umbauen ließ. Die Insel ist heute im Besitz der Familie Cavazza, die sich dazu entschied Teile des Anwesens der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Im nächsten Gartenzimmer, dass sich über eine Treppe erreichen lässt, ist alles von der Sonne Licht durchflutet.

Es wird heisser, mediterraner und formaler. Überall sind Formgehölze zu finden. Die Buchsbaumhecken bilden nun Wappen artige Formen. Palmen, Kakteen und Oleander bestimmen die Pflanzung dazwischen und zeugen von der Sammelleidenschaft der verschieden Besitzer.

Je näher man der Villa kommt, umso formaler wird es.

Die romantische Stimmung zieht sich durch alle Gartenbereiche.

Die Harmonie der Gartengestaltung in Bezug zur Architektur des Hauses lässt eine romantische Stimmung aufkommen. Tragische Liebesgeschichten, heimliche, leidenschaftliche Treffen in der Nacht und vor Liebeskummer Schlafwandelnde erwartet man hinter jeder Biegung und in jeder Nische. Vor allem die neogotischen Säulengänge, Rosen umrankte Eingangstüren und malerische Terrassen vermitteln diesen Eindruck.

Ein weiterer Gartenraum ist in Form einer Parkanlage angelegt, die zum Lustwandeln einlädt.

Naturnahe Bereiche wechseln sich hier mit Gestaltungselementen im englischen Stil ab und bieten Platz für Veranstaltungen und Feste. Neben einem Wäldchen im Wasser, dass an Mangroven erinnert, gibt es Holzinstallationen und verschiedene Plätze zum ausruhen und feiern.

Wie im Amazonas – aber mitten im Gardasee.

Wehmütig verlässt man den Garten wieder über den Wasserweg.

Noch ein letztes Mal erscheint die Insel direkt aus dem Wasser, bis sie immer kleiner wird und im sanften Nebel des Sees verschwindet. Was bleibt ist das Gefühl eines romantischen, ruhigen Ortes, der im tiefsten Inneren weiter seine Wirkung entfaltet.

Frohes Schwelgen und Traumen,

Dein Sven

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