Ein Gefühl von Garten,  Winter

Ideen gegen den Winterblues

Gerade im dunklen und trüben Februar fällt man leicht in den Winterblues. Ein Stimmungstief, dass träge, müde und lustlos macht. Auch Gartenfreunde bleiben nicht verschont, denn die Arbeit im Garten ist zu dieser Zeit sehr eingeschränkt. Alles ist trostlos und braun. Nur wenige Pflanzen fangen an zu blühen. So gibt es kaum Erfreuliches, um sich gegen die innere Leere zu wehren. Deshalb wird es Zeit, etwas gegen Winterblues zu unternehmen! Ich zeige Dir, wie ich es schaffe.

Noch sind keine Blüten zu sehen.

Gartentour der Vorfreude

Nichts ist so schön, wie die Vorfreude. Es kribbelt in den Fingern, es macht neugierig und das Herz schlägt schneller. Die Vorfreude bringt den trägen Organismus wieder in Fahrt. Ich mache an jedem Tag, an dem es mir möglich ist, eine Gartentour der Vorfreude. Dabei laufe ich alle Beete ab und schaue, was schon durch die braune Erde spitzt. Ich entdecke die ersten Schneeglöckchen, die ersten Winterlinge und auch Alpenveilchen, die ihre zarten Blüten dem Licht entgegen strecken.

Erste Blüten bringen Freude.

Sogar Tulpen und Narzissen spicken schon ein wenig aus der Erde. Die grünen Spitzen ihrer Blätter lassen bereits erahnen, welch Farbenfest bald entstehen wird. Schaut man etwas genauer hin, sieht man bereits das erste Grün der Stauden. Der Phlox, die Fetthenne und die Katzenminze schicken die ersten Triebe durch das Einheitsbraun. Allerdings drücken sie sie noch fest an den Boden. Es scheint ihnen zu kalt zu sein, um dem Licht entgegen wachsen zu wollen.

Jedes kleine Grün und jede erste Blüte, macht die Vorfreude noch größer. Ich erahne schon, wie es aussehen und der Garten im späten Frühjahr wieder voll mit Grün und den schönsten Blüten bestückt sein wird. Nur zu gerne gebe ich mich diesen Träumen hin. Wenn dann noch die Sonne scheint und die Vögel dem Frühling entgegen zwitschern, ist die Gartentour perfekt und der Winterblues verfliegt von ganz alleine.

Das Frühjahr und den Sommer planen

Jetzt ist genau die richtige Zeit, um in den neuen Katalogen der Gärtnereien zu blättern. Fast jeden Tag flattert ein anderer ins Haus. Kataloge für Sommerzwiebeln, für Stauden und für Sämereien liegen immer griffbereit neben meinem Bett. Jetzt wird der Sommerflor geplant. Welche Blumen möchte ich aussäen? Welche Blumentöpfe brauche ich dafür? Welche Dekorationen dürfen den Garten bereichern? Langsam ergibt sich ein Bild des nahenden Gartenjahres und ich mache mich voller Tatendrang auf den Weg in die Gärtnereien oder gebe Bestellungen auf.

Warum nicht Neues planen?

Das macht Mut, Lust und bringt eine gehörige Portion Motivation in den Alltag. Plötzlich ist das schwere Gefühl für ein paar Stunden verschwunden und man kommt ins Tun. Je besser man sich Vorstellt, wie es werden soll, wie man es erreichen kann, welche Schritte nötig sind und welchen Schritt man als erstes tut, umso schneller und klarer kommt man ans Ziel.

Sich Frühling machen

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet eben zu Berg kommen. So sagt ein altes Sprichwort. Deshalb mache ich mir im Januar und Februar immer ein bisschen Frühling im Garten. Dann dekoriere ich die ersten Frühblüher wie Primeln, Schneeglöckchen und Traubenhyazinthen, oder was man sonst bereits in den Gärtnereien beziehen kann. Natürlich können nahende Fröste die Treibhauspflanzen erfrieren lassen. Auch Schnee kann sie unter sich begraben. Doch hier findet sich Abhilfe: Bewegliche Dekorationen können schnell an geschützte Stellen im Garten, ins Haus oder ins Gewächshaus gebracht werden.

Primeln kann man auch schon im Februar in Töpfe pflanzen.

Ideal ist es, wenn das Blumenarrangement vom Fenster aus gesehen werden kann, oder so platziert ist, dass man auf jeden Fall daran vorbei kommt. Natürlich bietet sich auch das Haus für die ersten Frühlingsimpressionen an. Ein schöner Tulpenstrauß, bringt das Gefühl von Frühling auf den Tisch und ein paar getopfte Blumenzwiebeln können sich gut auf der Fensterbank präsentieren. Blumen machen einfach Gute Laune und lassen die trüben Gedanken schnell verfliegen.

Ein Strauß bringt den Frühling ins Haus.

Erste Gartenarbeiten

Gerade jetzt macht es Sinn, erste Gartenarbeiten anzugehen. Ich lasse die Staudenskelette so lange stehen, bis die Stauden beginnen auszutreiben. Das ist oft schon im Februar der Fall. Dann greife ich zur Schere und mache Platz für den Neuaustrieb. Jetzt sind die jungen Triebe noch so klein, dass ich sie beim Abschneiden der Staudenskelette nicht verletze oder zerstöre. Zudem sind noch nicht alle Blumenzwiebeln ausgetrieben und ich kann mich noch leichtfüssig durch die Beete bewegen. Später im Winter und Frühjahr, ist die Gefahr des Kaputttretens weitaus größer!

Jetzt fängt die Gartenarbeit wieder an.

An der Frischen Luft zu arbeiten, mehr Licht und vielleicht sogar erste Sonnenstrahlen abzubekommen ist für unseren Körper enorm wichtig. Dann produziert der Körper Stoffe, die unsere Gefühle positiver stimmen. Man schläft auch wieder besser, was sich letztlich auf unser Gemüt auswirkt. So macht es Spaß, draußen Kaltkeimer auszusäen, die Fensterbank mit wärmeliebenden Sämereien zu bestücken und erste Veränderungen in der Gartenstruktur vorzunehmen. An milden Tagen ist das gar kein Problem und hilft dem Winterblues zu entfliehen.

Soziale Kontakte

Gleichgesinnte zu treffen, ist gerade jetzt enorm wichtig. Gemeinsam eine „Gartentour der Vorfreude“ zu machen, um zu schauen, was schon austreibt, Samen zu tauschen, zusammen Gartensendungen zu schauen oder einfach nur an milden Tagen eine Tasse Kaffee auf der Terrasse zu trinken , bringt einen schon wieder auf ganz andere Gedanken. Miteinander zu reden, um über den „blöden“ Winter zu schimpfen und in die frühlingshafte Zukunft zu schauen, ist Balsam für die Seele. Gemeinsam geht vieles besser.

Auch jetzt kann man Kontakte im Garten pflegen (Bild von Pexels auf Pixabay).

Während der Pandemie ist das Miteinander häufig auf der Strecke geblieben. So wird es Zeit, die Kontakte wieder aufleben zu lassen und Gemeinsamkeiten zu finden. Auch wenn es nicht immer im direkten Kontakt möglich ist, helfen soziale Medien mit anderen Gartenbegeisterten ins Gespräch zu kommen. Und es ist nicht verkehrt, mit Abstand an der frischen Luft, alte und neue Freundschaften zu pflegen.

In Bildern schwelgen

Gerade in der Winterzeit schwelge ich in meinen alten Gartenbildern. Egal, ob vom letzten Jahr, oder den Jahre zuvor, ich entdecke vieles, dass mir bei der Aufnahme nicht aufgefallen ist: „das Beet war ja doch ganz schön“; „so lange hat es geblüht“; „das mache ich noch einmal neu“. So vergeht die Zeit mit dem Betrachten der Bilder. Neue Ideen entstehen und die Vorfreude und Motivation wachsen.

An trüben Tagen helfen Bücher.

Aber auch das Stöbern in Zeitungen, Büchern, Zeitschriften, Blogs, Internetshops und Katalogen, lässt mich im neuen Gartenjahr schwelgen. Es tut so gut, Pflanzen und Gärten zu betrachten und sich inspirieren zu lassen. So finde ich immer wieder Ideen, die auch im eigenen Garten umgesetzt werden können. Es entsteht nicht nur ein momentan gutes Gefühl, sondern ebenfalls Vorfreude, Inspiration und Motivation. Bei diesen positiven Gefühlen und und dem entstandenen Tatendrang tritt der Winterblues immer mehr in den Hintergrund, bis er ganz verschwunden ist.

So langsam schiebt sich der Frühling aus dem Boden.

Sicherlich kämpfst auch Du hin und wieder gegen den Winterblues. Manchmal ist es ganz leicht, ihn in den Griff zu bekommen. Manchmal kostet es viel Kraft und Mühe. Es lohnt sich dagegen anzugehen und positive Gefühle zu schaffen. Warum auch leiden, wenn es anders geht? Hast auch Du Methoden, um dem Winterblues zu entgehen? Ich freue mich, wenn Du unten in den Kommentaren weitere Ideen ergänzt.

Lass uns gemeinsam den Winterblues vertreiben!

Dein Sven.

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Winterblues und Depression:

Wer es nicht schafft, aus dem trüben Stimmungstief zu kommen oder das Gefühl hat eine Depression zu entwickeln, sollte unbedingt seinen Hausarzt oder einen Psychiater konsultieren.

Brauchst Du ein Gespräch, um ein akutes Tief besser in den Griff zu bekommen? Dann kannst Du Dich auch an die Telefonseelsorge wenden. Hier kommst Du auf deren Website.

Ideen, wie man sich den „Frühling machen“ kann:

Mein Artikel: „Frühlingsentzug“

Hier geht es zum Artikel: „Ich mach mir Frühling!“

3 Comments

  • Daniela

    Hallo Sven,
    Ich schaue tatsächlich auch täglich, was alles so aus der Erde guckt und freue mich über die Winterlinge und Schneeglöckchen.
    Dieses Jahr habe ich besonders viele neue Zwiebelpflanzen gesetzt; der Frühling wird also bunt.
    Tolle Idee mit den beweglichen Töpfen für außen. Vielleicht probiere ich das auch aus.
    Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende,
    Daniela

  • Reinhold

    Hallo Sven ,

    mit gut gewählter Bepflanzung bringt man ja auch Farbe in die Winterzeit im Garten .
    Da helfen Wintergrüne Stauden / Farne , ganzjährig Buntblättrige ( ZB. Heuchera ) , Immergüne , auch wirklich im Winter Blühendem ( Christrosen / Duftschneeball / Fleischbeere ,… ) , oder schon ab Weihnachten blühenden Schneeglöckchen gegen einen zu starken Winterfrust .

    V.G. Reinhold

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