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Kaltkeimer – diese Blumen musst Du jetzt säen!

Endlich schieben die ersten Frühblüher durch die Erde. Das Frühjahr ist abzusehen. Nur noch einen Monat und der Garten beginnt wieder ein grünes Kleid zu tragen. Doch noch ist es kalt und nass. Immer wieder friert es, auch wenn die Temperaturen langsam aber stetig zu steigen beginnen. Dies ist genau die richtige Zeit zur Aussaat von blumigen Kaltkeimern, die in wenigen Wochen den Garten mit ihren bunten Blüten bereichern werden.

Einjährige Kaltkeimer sät man besser direkt ins Beet.

Zu den Kaltleimen gehören viele einjährige Blumen, wie Mohn, Kornblumen, Lichtnelken, Veilchen und Silberblatt, aber auch Stauden, wie Akelei, Christrose, Phlox, Schlüsselblume und Lavendel. Diese brauchen über mehrere Wochen einen Kältereiz, damit sie austreiben können. Deshalb lohnt es sich, diese Pflanzen im Herbst oder spätestens jetzt im Winter auszusäen.

Auch Christrosen sind Kaltkeimer.

Kaltkeimer verfügen über ein spezielles Hormon, dass verhindern soll, dass die Samen schon vor dem Winter keimen und die jungen Triebe erfrieren müssen. Durch eine mehrwöchige Kälteperiode, wird das Hormon abgebaut, so dass der Samen die Möglichkeit hat auszutreiben. Meist ist die Abscisinsäure das hemmende Hormon in den Pflanzen. Es gibt je nach Pflanzenart aber auch andere Stoffe, die die Keimung verhindern können. Aufgrund dieser Hormone braucht das Saatgut einen Kältereiz und muss in den Garten, wenn noch genug Kälte zu erwarten ist.

Die Lichtnelke gehört zu meinen Lieblingsnelken.

Die Aussaat ist recht einfach. Man Streut das Saatgut an Ort und Stelle in die Gartenerde und drückt es noch etwas an. Mehr muss nicht getan werden. Wichtig ist, dass dies an einem frostfreien Tag erfolgt, damit die Samen gleich in Kontakt mit der Erde kommen. Deshalb ist die Aussaat im Oktober oder November meist die Günstigere, da hier noch keine längeren Fröste zu erwarten sind und der Samen so gut Bodenschluss bekommt. Zudem hält der Winter noch viele kalte Wochen bereit. Die Wahrscheinlichkeit der Keimung ist damit recht groß. Aber auch jetzt im späten Winter sind noch genügend kalte Tage zu erwarten.

Akeleien vermehren sich gerne zahlreich.

Die Aussaatstelle sollte sinnvoller Weise markiert werden, damit man im Frühjahr die Sämlinge nicht mit Unkraut verwechselt und heraus jätet. Das ist mir mit meinem Mohn passiert. Im ersten Jahr unserer Gartenneuanlage bemerkte ich eine Vielzahl verdächtiger Austriebe, die ich als Unkraut identifizierte. Ein paar Wochen später fragte ich mich dann, wo mein Mohn geblieben war? Nur eine Pflanze hatte es geschafft zur Blüte zu kommen. Sie war die Grundlage für die Saat im nächsten Jahr. Mit ihr gab es eine Vielzahl an dunkelroten Mohnblüten, die sich aus dem silber-weißen Meer der anderen Pflanzen heraus hoben.

Einjähriger Mohn gehört ebenfalls zu den Kaltkeimern.

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann die Samen ein paar Wochen im Kühlschrank lagern und dann aussäen. Diese saisonunabhängige Methode kann das ganze Jahr über praktiziert werden und ermöglicht es, die Samen auch im Haus heran ziehen zu können. Vor der Kälteprozedur sollten die Samen ein paar Tage in ein warmes Wasserbad gelegt werden, bevor man sie mit feuchter Aussaaterde vermischt und in einen Gefrierbeutel in den Kühlschrank legt. Nach ein paar Wochen kann das Erde-Samen-Gemisch in Aussaatschalen gefüllt oder direkt in das Beet verbracht werden. Bei warmen Temperaturen fangen die Samen sofort an zu Keimen. Im Saatguthandel findet man auch vorbehandelte Samen, die man problemlos im März aussähen kann, ohne etwas beachten zu müssen. Sie wurden bereits einer Kälteprozedur unterzogen und keimen direkt.

Wunderschön anzusehen: Akeleien.

Diese Kaltkeimer kannst Du jetzt noch aussäen:

  • Akelei
  • Alpenveilchen
  • Aster
  • Bärlauch
  • Christrose
  • Echinacea
  • Eisenhut
  • Fetthenne
  • Frauenmantel
  • Kornblume
  • Küchenschelle
  • Lavendel
  • Lichtnelke
  • Mohn
  • Phlox
  • Primeln
  • Schlüsselblume
  • Veilchen

Generell finde ich eine Direktsaat in die Gartenerde bei Kaltkeimern am sinnvollsten, denn viele Einjährige lassen sich ungern verpflanzen und wachsen beim Auspflanzen nicht mehr gut an. Sie wollen lieber da gesät sein, wo sie hinter her auch stehen. Hierzu gehört auch der Mohn oder die Kornblume. Und letztlich ist es viel weniger Arbeit, denn um diese Pflanzen muss ich mich nicht mehr kümmern.

Veilchen schmücken im Frühjahr den Garten.

Wie die Jahre zuvor habe ich wieder Mohn ausgesät. Die Samen dazu habe ich im Sommer selbst geerntet und trocken und kühl gelagert. Im Rosengarten soll wieder der dunkelrote fedrige Mohn „Black Swan“ blühen, der mit seiner Farbe aus dem restlichen Farbschema heraus sticht. Im sonnigen Teil des Schattengartens habe ich den Mohn „Amazing Grey“ und Schlafmohn ausgesät. Beide sind letztes Jahr nicht so gut aufgegangen und ich hoffe, dass sie dieses Jahr zahlreicher werden. Sie sind ganz im Farbschema des Schattengartens gehalten. Auch die Akeleien liebe ich sehr! Sie werden ebenfalls noch gesät.

Primeln gehören zu den Ersten im Frühjahr.

Nun wird es höchste Zeit! Bevor es wieder warm wird, müssen die Samen in den Garten. Sie brauchen es unbedingt noch einmal kalt. Also verschwende keine Zeit und lasse den Garten im Frühjahr und Sommer explodieren. Ran an die Kaltkeimer!

Viel Spaß bei der Aussaat wünscht Dir,

Dein Sven.

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Hier zeige ich Dir, wie man Samen erntet.

Was ist pikieren? Das solltest Du unbedingt wissen!

Mehr zu Akeleien findest Du hier und hier.

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