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Mir geht ein Licht auf

Nichts stört mich in der Winterzeit mehr, als in ein dunkles Etwas zu schauen, dass hinter meinem Fenster lauert. In der Wohnung ist es warm und hell und draußen ist nichts zu sehen. Es ist schwarz, ungewiß und undefinierbar. So bleibt nur, die Rollläden herunter zu lassen und damit das schwarze Loch zu eliminieren. Wenn man jedoch wie ich gartenbegeistert ist, möchte man das Fleckchen Erde auch im Winter betrachten. Deshalb setze ich gezielt Lichtpunkte im Garten und schaffe damit Tiefe, Form und Klarheit. Dann lasse ich den Rolladen gerne wieder oben und genieße den winterlichen Garten aus der kuscheligen Stube.

Rundum beleuchtet – die Cafe-Laube!

Dabei ist das Thema Licht im Garten ein durchaus kontrovers geführtes Thema. Und das mit Recht! Sicher hast auch Du schon etwas von Lichtverschmutzung gehört. Damit ist ein von künstlichem Licht erhellter Nachthimmel gemeint, der dazu führt, dass Mensch und Natur aus dem Gleichgewicht kommen. Die Nacht wird aufgrund der gesteigerten Helligkeit nicht mehr als solche wahrgenommen. Dies führt unter Anderem zu Schlafstörungen und zum Aussterben nachtaktiver Insekten. Deshalb ist es notwendig, in der Nacht möglichst auf Licht zu verzichten. Besonders auf Licht, dass von unten nach oben scheint.

Kerzen sind ein Muß im sommerlichen Garten.

Das heißt nicht, dass wir ganz ohne Licht im Garten auskommen müssen. Vielmehr sollten wir bewusst darauf achten, dass wir das Licht sinnvoll verwenden und den Beitrag zur Lichtverschmutzung so gering wie möglich halten. Deshalb sollten Lichter nie von unten nach oben scheinen oder in diesem Fall zumindest von einem Baum geblockt werden. Das ausgewählte Leuchtmittel sollte eine maximale Leuchttemperatur von 3000 Kelvin aufweißen, was einem warmen Licht entspricht. Es ist sinnvoll elektrische Lichtquellen gegen 22 Uhr auszuschalten und dann auf Kerzen umzusteigen. Generell sind Kerzen dem elektrischen Licht vorzuziehen. Beachtet man diese Tipps, steht einem schönen Beleuchtungskonzept nichts mehr im Wege, denn ein schöner Garten wird in der Nacht noch schöner, mystischer und geheimnisvoller, wenn er gut ausgeleuchtet ist.

Am Ende des Weges lockt das Licht.

Bei den Lichtquellen im Garten wird grundsätzlich zwischen zwei Arten von Beleuchtung unterschieden. Die „zweckmäßige“ Beleuchtung ist die typische Beleuchtung, die an jedem Haus zu finden ist. Beleuchtet werden Wege zum Haus, in die Garage oder zu speziellen Plätzen im Garten. Auch Treppen sind gut ausgeleuchtet. Solche Leuchten machen das Umhergehen im Garten sicher. Es gibt aber auch eine „ästhetische“ Beleuchtung. Sie dient dazu, den Garten zu gestalten und besondere Strukturen in den Mittelpunkt zu stellen. Hier spielt die Sicherheit kaum eine Rolle. Vielmehr steht der gestalterische Aspekt im Vordergrund. Hervorgehoben werden Skulpturen, Strukturen von Bäumen, Wände oder ein ganzes Beet. Gezielt wird die schöne Form des Motivs heraus geleuchtet. Der Schattenwurf ist dabei ebenfalls ein geplantes dekoratives Mittel.

Der leuchtende Mittelpunkt des Senkgartens ist das Gewächshaus.

Lampen können im Boden, an einer Wand oder hängend eingesetzt werden. Dabei muss beachtet werden, dass die Schutzklasse der Lampe dem Bestimmungsort entspricht. Eine Wandlampe im Außenbereich muss mindestens mit der Schutzklasse IP44 ausgestattet sein. Bei der Befestigung im Boden braucht es bereits IP67. Durch die ständige Konfrontation mit Regen oder Spritzwasser sind sichere Systeme, die aufgrund des diffizilen Einsatzortes ein Mindestmaß an Sicherheit bieten, äußerst wichtig. Am besten läßt man Stromleitungen vom Fachmann in den Garten legen und sucht sich bei der Auswahl der Lichtquelle ebenfalls fachmännischen Rat.

Gut ausgeleuchtet, aber nicht blendend.

Im Garten habe ich verschiedene Lichtquellen. Natürlich spielen Kerzen eine große Rolle. Wir haben unzählige Laternen, die besonders bei Festen mit Kerzen bestückt werden. Dann haben wir neben dem Eingang einen Bodenstrahler, der die Äste unseres Hausbaumes ausleuchtet. In zwei bis drei Jahren ist unser Apfelbaum so groß, dass er das nach oben scheinende Licht vollständig blockt. Am Hauseingang gibt es ein Licht, dass die Treppe und ein großes Stück des Weges ausleuchtet. Es ist recht hell und mit einem Bewegungsmelder ausgestattet. Damit brennt hier nur Licht, wenn es benötigt wird.

Die Strukturen des Strauches und des Kugellauchs kommen hier besonders gut zur Geltung.

Im hinteren Gartenbereich wird der Stamm des Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch durch einen in die Erde gesteckten Lichtspieß hervorgehoben. Dieses Licht kann von innen gesteuert werden und brennt nur dann, wenn wir den Garten in Szene setzen möchten. Dies gilt auch für das Licht im weißen Garten, dass die Turmspitze am Ende eines Platzes beleuchtet. Auch das Gewächshaus ist erhellt und von innen steuerbar. So sind immer nur die Blickpunkte des jeweiligen Gartenraumes hervorgehoben. Sie leiten den Besucher auch in der Nacht durch den Garten.

Zu Weihnachten kommen für wenige Wochen weitere Glanzpunkte hinzu.

Zur festen Beleuchtung gibt es Lichtquellen, die veränderbar sind. So ist im Moment in der Café-Laube eine Lichterkette mit fünf großen Schirmen angebracht. Auch im Senkgarten gibt es seit Weihnachten eine Lichterkette in den Dachplatanen, die das Jahr über bleiben soll. Beide können ebenfalls von innen an- und ausgemacht werden. Zu Weihnachten gibt es noch einige Lichterketten mehr. Dank der LED-Technologie auch mit Batterien betrieben.

Mittels des Lichts wird man durch den Garten geführt.

Generell macht LED Sinn. Die stromsparende Alternative zu herkömmlichen Leuchtmitteln lässt den Garten dort erstrahlen, wo bisher kein Lämpchen zu finden gewesen wären. Zu Weihnachten habe ich zudem eine Tischlampe für den Außenbereich geschenkt bekommen, die wohnliches Flair in den Garten bringt. Noch ist es zu kalt und zu windig, um sie hinaus stellen zu können. Ich baue auf die nächste Woche. Dann wird sie sicherlich zum ersten Mal im Garten leuchten.

Eine neue Pendelleuchte im Gewächshaus wartet auf ihren großen Auftritt!

So macht es Sinn, den Garten das ganze Jahr über zu beleuchten und das Licht als weiteres strukturierendes Element einzusetzen. Ich liebe es, wenn der Garten, egal ob im Sommer oder im Winter, in Szene gesetzt ist. Welche Erfahrungen hast Du mit Licht in Deinem Garten gemacht? Ich freue mich, wenn Du zu diesem Thema einen Kommentar hinterlässt. Ich bin schon ganz gespannt, was Du für Ideen hast.

Auf das uns im Garten ein Licht aufgeht,

Dein Sven.

2 Comments

  • Lony

    Guten Morgen lieber Sven,

    ich gerate immer wieder ins Schwärmen, wenn ich Bilder von Deinem wirklich liebevoll angelegtem Garten sehe! Die Beleuchtung hast Du wunderschön eingesetzt, das hat wirklich etwas ganz heimeliges!

    Bevor wir an Beleuchtung denken können, brauchen wir erstmal einen Garten *lach*, der entsteht gerade ganz langsam und war vor ein paar Monaten noch eine Fläche, komplett mit Brombeersträuchern überwuchert – eine Katastrophe – allerdings auch ein Paradies für Stare. Die haben wir leider dieses Jahr nicht mehr gesehen, vorher haben sie inmitten der Brombeeren gebrütet…seufz. Ich versuche aber, mit einem sehr naturnahen Garten wieder viel neuen Raum für Vögel und Insekten zu schaffen.

    Dir wünsche ich ein sonniges Gartenwochenende,
    ganz liebe Grüße sendet
    LONY von der bunten Landpartie x

  • Susanna

    Lieber Sven,
    euer Garten ist wunderbar stimmungsvoll beleuchtet. Am besten gefällt mir die weihnachtliche Beleuchtung mit den Lichterketten – so wunderschön romantisch! Weihnachten darf es bei mir auch etwas mehr sein.
    Wir beleuchten unsere Steinmauer um unseren zweiten Sitzplatz schräg von unten, das gibt ein dezentes, weiches Licht. Und den kleinen dreiblütigen Ahorn strahlen wir auch an, das gibt dem Garten am Abend mehr Dimension.
    Liebe Grüße
    Susanna

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