Beetgestaltung,  Design,  Kräuter- & Gemüsegarten,  Mit Schaufel und Harke

Natur Pur

Wildblumen sind im Kommen. Immer mehr Gartenfans gestalten ihre Gärten mit Wildblumen und Wildblumenwiesen. Man möchte der Natur wieder ein Stück ihres Lebensraumes zurück geben und Gartenbereiche oder sogar ganze Gärten schaffen, die der Natur gerecht werden. Auch ich probiere immer mehr heimische Pflanzen aus und versuche sie in meinen Garten, in meine Beete und vielleicht auch bald in Töpfe zu integrieren. Ich zeige Dir, was bereits erfolgsvorsprechend aussieht.

Gewöhnlicher Natternkopf, Strauch-Margerite, Wiesen-Salbei und Echter Eibisch.

Wild im Kräuter- und Gemüsegarten

Im Frühjahr habe ich mich in einer Staudengärtnerei nicht mehr zurück halten können und habe einige Wildblumen mitgebracht. Das Ziel war der Kräuter- und Gemüsegarten. Ich wollte zwischen die Wege allerlei Wildblumen setzen, um die Artenvielfalt im Garten zu steigern und durch das Anlocken von Nützlingen meine Gemüsebeete vor Fraßfeinden schützen. Erstaunlicher Weise sind die meisten Pflanzen gut angewachsen. Obwohl der Boden in diesem Gartenbereich extrem Lehmhaltig ist und die meisten der ausgewählten Stauden eher sandigen Boden mögen. Ich habe lediglich Sand und Humus in das Pflanzloch eingearbeitet und hoffe, dass sie im nächsten Jahr wieder kommen werden.

Überall zwischen den Wegplatten wird es wild.

Bei den Pflanzen habe ich mich für die Schafgarbe entschieden. Allerdings für eine Kultursorte namens „Lilac Beauty“, da es ruhig bunt werden darf. Hinzu kamen der Echte Eibisch, das Tausendgüldenkraut, der gewöhnliche Natternkopf, der Flachblatt-Mannstreu, die Geißraute, der Blutweiderich, der Wiesen-Salbei und die Strauß-Margerite. Im Vorjahr hatte ich zum Geburtstag einen Wildkräuterarrangement in einem Blumenkasten bekommen, dass bereits in den Kräutergarten gezogen ist. Deshalb habe ich Baldrian, Brennnessel, Guter Heinrich und Huflattich in diesem Gartenraum wachsen.

Wild in mehreren Gartenräumen

Meterhoch überragt mich die Eselsdistel.

Auch in anderen Gartenräumen blitzen immer wieder Wildblumen aus den Beeten heraus. Die Eselsdistel im Schattengarten ist ein Paradebeispiel für eine Wildpflanze im Garten. Am Gartenzaun entlang wächst der Muskatellersalbei, in mehreren Gartenräumen der Fingerhut und im Double Border die Königskerze, um nur wenige zu nennen. Viele dieser Blumen sind echte Strukturpflanzen, die den Beeten den besonderen Kick verschaffen. Ohne die Königskerze würde das Double Border ab Juli etwas langweilig aussehen.

Ein Zaungast, der gerne bleiben darf.

Manche dieser Wildblumen lassen sich zudem wunderbar in der Küche oder der Hausapotheke verwenden. Der Baldrian ist eine grandiose Teepflanze, die beruhigt. Ebenso der Huflattich, der als Tee bei Husten eingesetzt wird. Der Waldmeister verfeinert selbst gemachtes Eis oder Getränke, die Eselsdistel kann wie die Artischocke zubereitet und gegessen werden. Aber vorsichtig! Nicht jede der vorgestellten Wildpflanzen sollte im Kochtopf landen. Manche, wie der Fingerhut, sind giftig!

Diversität soll das Gemüse vor Fraßfeinden schützen.

Der wilde Tipp

Als besonders geeignete Wildpflanzen für den Garten halte ich folgende:

  • Fingerhut (Digitalis purpurea)
  • Akelei (Aquilegia vulgaris)
  • Königskerze (Verbascum phlomoides)
  • Sterndolde (Astrantia major)
  • Wegwarte (Cichorium intybus)
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Muskatellersalbei (Salvia sclarea) – eher aus Mittelmeerraum
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • Guter Heinrich (Blitum bonus-henricus)
  • Baldrian (Valeriana procurrens)
  • Gewöhnliche Eselsdistel (Onopordum acanthium)
  • Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Flachblatt-Mannstreu (Eryngium planum)

Sie sind bei mir wunderbar angewachsen und kommen schon einige Jahre im Frühling wieder zum Vorschein. Ich halte sie für eher unkompliziert.

Die Wegwarte ist eine wunderbare Strukturpflanze.

Natürlich sollten die Wildpflanzen standortgerecht gepflanzt werden. Deshalb sollte man schauen, welche Boden-, Licht- und Wasserverhältnisse im eigen Garten oder im Beet vorliegen und nur solche Pflanzen auswählen, die sich dort wohl fühlen. Das ist der Grundsatz eines Gärtners, der wenig Arbeit in seine Pflanzen stecken möchte.

Die Fauna wird sich freuen, mehr heimische Pflanzen in den Gärten vorfinden zu können. Viele Tiere sind spezialisiert auf bestimmte Pflanzen. Verschwinden sie, haben auch die Tiere keine Lebensgrundlage mehr. In der Natur gehen immer mehr Pflanzen und Tiere verloren. Deshalb solltest auch Du etwas tun. Die eine oder andere Pflanze passt bestimmt auch in Deinen Garten. Vielleicht hast Du auch schon welche gepflanzt? Über Deinen Kommentar freue ich mich.

Dann geht es los! Bis bald,

Dein Sven.

3 Comments

    • Petra Hirschberg

      Sehr schön. Gefällt mir super, Auswahl incl.
      Praktisch tue ich Gleiche und es gefällt mir ausnehmend gut, ist aber auch noch lange nicht am Ziel. Naja, es geht immer weiter. Gestern hatte ich wieder 2 humane Zaungäste, die wohl immer wieder begeistert über den Zaun schauen, wenn sie zur Praxis kommen.

      • Sven

        Super! Viele glauben nicht, dass Naturgärten auch schön, edel oder modern aussehen können und sind letztlich ganz verwundert, wenn sie erfahren, dass man so leicht der Natur helfen und trotzdem einen schönen Garten haben kann. Wir machen einfach weiter. Das wird überzeugen. Liebe Grüße.

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