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Salat aus dem Garten – auch im Winter!

Ein Gastbeitrag von Lukas Günther

Im Supermarkt werden zu jeder Jahreszeit Salate angeboten. Auch Hobbygärtner können sich, wenn es anderen Gemüsepflanzen längst zu kalt ist, selbst mit Salaten versorgen. Wenn die Temperaturen sinken, wächst noch vieles im Gemüsegarten, insbesondere Salate. Zichoriensalate wie Zuckerhut und Radicchio, Feldsalat, Endivien, sowie Frisée sind die wohl bekanntesten Salate des Winters.

Im Frühjahr legen sie erst richtig los. (Bild: Lukas Günther / Eigengewächs.com)

Endivien Zuckerhut, Kopfsalat und Co.

Endivien und Zuckerhut werden auf humusreichen und wasserhaltenden Böden angepflanzt. Die Samen keimen am besten bei 18 bis 20 Grad. Das ist meist im August/September, bedingt durch den Klimawandel mittlerweile gegen September/Oktober der Fall. Dann ist Zeit zu säen. Alternativ können später noch Jungpflanzen im Gartencenter gekauft werden, die im Abstand von 30 bis 40 Zentimetern gesetzt werden.

Endivien enthalten Bitterstoffe, die sehr gesund sind, aber vielen zu bitter schmecken. Durch Bleichen lassen sich mildere Salate herstellen. Es gibt jedoch auch selbstbleichende Sorten, die durch das Wölben der Blätter nach oben, sich selbst Licht entziehen und milder schmecken. Wem die Salate trotzdem noch zu bitter sind kann sich anderweitig behelfen: Die Bitterstoffe aus Endivien und Zuckerhut lassen sich gut durch das Waschen in lauwarmem Zuckerwasser reduzieren.

Ein im Winter geernteter Zuckerhut. (Bild: Lukas Günther / Eigengewächs.com)

Nicht so bekannt ist, dass auch viele alte Kopfsalatsorten hervorragend für den Winteranbau geeignet sind. Sie werden quasi über den Winter gebracht, um recht früh in den Genuss der grünen Blätter zu kommen. Die Möglichkeit Salate zur Ernteverfrühung zu überwintern, scheint jedoch heute nahezu aus dem Bewusstsein der Gärtner verschwunden zu sein. Nach und nach geben viele Gärtnereien den Anbau von Wintersalat wegen der riskanten Auswinterungsgefahr auf. Deshalb sind heutzutage Wintersalate eher noch im Hausgarten als im professionellen Gemüsebau anzutreffen.

Überwinterung

Die Überwinterung der jungen Salate im Garten ist eine sowohl spannende als auch lohnende Alternative zur Pflanzung im Frühjahr. Dabei werden die Salate bereits im Spätsommer des Vorjahres herangezogen. Im Herbst werden sie an Ort und Stelle gepflanzt und beginnen bis zum Ende der Vegetationszeit einzuwachsen. Sie überdauern die harte Winterzeit geschützt oder ungeschützt im Garten und setzen, sobald im Frühjahr die Temperaturen angestiegen und die Sonne an Kraft gewonnen hat, ihr Wachstum fort. Die ersten reifen Köpfe können dann Ende April bis Mitte Mai geerntet werden.

Wintersalate werden gerne direkt ins Beet gesät.

In einigen Büchern zum Gemüseanbau des 19. Jahrhunderts, wird diese Art der Winterkultur beschrieben und war somit unter den Gärtnern bekannt. Sorten wie der Wintersalat “Humil” und der “Rote Butterhäuptl Maribor” sind auch heute noch bestens zum Überwinterungsanbau geeignet. Aufgrund der Modernisierung des Frühgemüseanbaus mit Folien- und Vliesabdeckungen, Anfang der 70er Jahre, gab es es neue Möglichkeiten Erträge zu erhöhen. Diese Technik liefert den im Frühjahr gepflanzten Salaten mehr Wärme und beschleunigt somit das Wachstum. Die Überwinterung war damit nicht mehr gefragt (Wenger & Wenz, 2012).

Sortentipps

Der Wintersalat „Humil“ ist ein altmodischer, echter Buttersalat. Er bildet mittelgroße, hellgrüne Köpfe mit einem geringen Umblattanteil. Die Köpfe haben ein helles Herz, während die Blätter zart und fest geschichtet sind. Der Geschmack wird von einem sehr starken Buttercharakter geprägt. Als Verbraucher, der in der Regel moderne Salate gewöhnt ist, kann den sehr dominanten Buttergeschmack meist nicht direkt zuordnen. Es lohnt sich jedoch dieses Geschmackserlebnis zu gönnen.

Saftiges und grünes Blattwerk bietet der Wintersalat „Humil“. (Bild: Lukas Günther / Eigengewächs.com)

Viele Wintersalate sind ausschließlich für den frühen Freiland- und den Überwinterungsanbau geeignet. Beim Überwinterungsanbau erfolgt die Direktsaat Ende August oder die Pflanzung Mitte Oktober. Wintersalate brauchen mindestens acht Blätter zum Überwintern. Schnee ist der beste Winterschutz. Bei Kahlfrösten wird es allerdings gefährlich. Gegebenenfalls können die noch jungen Salate mit dünnem Vlies oder Stroh geschützt werden. Für die Pflanzen sollte der Schutz so spät wie möglich erfolgen.

Viel Spaß beim Ausprobieren und liebe Grüße,

Dein Lukas von Eigengewächs.com

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Ein Gastbeitrag von Lukas (Werbung ohne Gegenwert):

Lukas betreibt den Internetshop eigengewaechs.com. Dahinter verbirgt sich ein junges Unternehmen, dass ausschließlich mit samenfesten Sorten handelt und sich zudem auf alte und seltene Sorten spezialisiert hat. Der Wintersalat Humil und viele weitere alte Sorten und Raritäten findest Du bei Eigengewächs. Schau mal bei Lukas vorbei!

https://www.eigengewaechs.com

Hier findest Du Lukas´s Artikel zum Thema „Samenfeste Sorten“.

Literaturnachweis:

Wenger, Matthias und Wenz, Jakob (2012) Die Überwinterung von Gartensalat (Lactuca sativa L.) im Freiland. Diplomarbeit Hochschulschrift, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, D-Freising 

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