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Schneeglöckchen vermehren

Ich liebe es, wenn die ersten zarten Blüten der Schneeglöckchen den Garten verschönern. Für mich symbolisieren sie den Übergang von der Winterzeit zum Frühling und lassen mich auf blütenreiche Tage hoffen. Sie sind die ersten Frühlingsboten in meinem Garten. Mittlerweile beherberge ich mehrere Sorten Schneeglöckchen und kann mir gut vorstellen, weitere hinzuzufügen. Jetzt möchte ich Dir aber erst einmal zeigen, wie Du ganz leicht bereits vorhandene Schneeglöckchen vermehren kannst.

Irgendwann bilden sich in Deinem Garten kleine Horste an Schneeglöckchen. Die Zwiebeln vermehren sich unterirdisch und werden jedes Jahr mehr. Eine solche Gruppe kann nach dem Verblühen in mehrere kleine Grüppchen oder einzelne Zwiebelchen geteilt werden. Je nach Witterung blühen die Schneeglöckchen bis März oder April. Dann ist es höchste Zeit zu teilen. Später macht es keinen Sinn mehr, da es dann oft schon zu trocken ist und damit ein Anwachsen der Zwiebeln erschwert wird.

Sind sie verblüht, gräbt man den Horst an Schneeglöckchen erst einmal mit einer Grabgabel vorsichtig aus. Dieses Zwiebelgrüppchen lässt sich mit der Hand in mehrere kleinere Bunde teilen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit die Zwiebeln ganz auseinander zu nehmen, so dass man am Ende lauter einzelne Zwiebeln zur Vermehrung nutzen kann. Da Schneeglöckchen die Gesellschaft lieben teile ich allerdings in mindestens drei Zwiebeln auf.

Im Anschluss werden sie wieder in die Erde gepflanzt. Entweder im Verbund oder einzeln. Nach dem Auffüllen mit Erde muss gut gewässert werden. Die Blätter schauen dabei genauso weit aus dem Boden, wie sie es vor dem Vermehren getan haben. Meistens liegen die Blätter im Anschluss etwas trostlos auf der Erde, aber das macht nichts. Sie dürfen auf keinen Fall abgeschnitten werden. Das Schneeglöckchen zieht die Energie aus den Blättern wieder zurück in die Zwiebel und kann dann im nächsten Jahr wieder schön blühen.

Wer den zarten Blümchen noch etwas Gutes tun möchte, kann die Erde vor dem Auffüllen mit Kompost anreichern und Mykorrhizasporen in das Pflanzloch streuen. Diese Pilze helfen den Wurzeln bei der Versorgung mit Nährstoffen und Wasser und erleichtern so ein Anwachsen. Der Kompost wirkt wie ein Dünger und versorgt das Schneeglöckchen mit Nahrung.

Schneeglöckchen vermehren sich auch über Samen. Dabei spielen Ameisen eine wichtige Rolle. Sie fressen liebend gerne einen mit dem Samen verbundenen Teil, der als Nährkörper bezeichnet wird. Die vermeintliche Nahrung wird mitsamt dem Samen von den Ameisen in ihr unterirdisches Reich gebracht und der Nährkörper verspeist. Übrig bleibt der Samen. Im nächsten Jahr wird er Austreiben und für eine größere Blütenfülle sorgen.

Wer selbst aussäen möchte, kann die reifen Samen gegen Ende April in eine Aussaatschale mit Anzuchterde streuen oder direkt in den Garten säen. Da die Samen Kaltkeimer sind, keimen sie bei Temperaturen zwischen minus vier und plus vier Grad. Deshalb ist es ratsam besser direkt in den Garten zu säen, oder die Anzuchtschale an einem geschützten Platz im Garten zu belassen. Sie sollten etwa ein Zentimeter tief in die Erde gebracht und anschließend bedeckt werden. Wichtig ist, dass die Schale regelmäßig feucht gehalten wird.

Wer noch immer nicht genug Schneeglöckchen im Garten hat, kann im Herbst Zwiebeln kaufen und den Bestand vergrößern. Allerdings halten sich Schneeglöckchenzwiebeln außerhalb der Erde nicht sonderlich gut, und sollten deshalb so früh wie möglich im Herbst gekauft und im Anschluß schnellstens in die Erde gebracht werden. So kann man die Zahl der Ausfälle bereits im Vorfeld reduzieren. Raritäten werden im Frühjahr auf speziellen Märkten getopft und blühend verkauft. So kann den Zwiebeln nichts passieren und der Sammler kann sich bereits beim Kauf von der Blüte überzeugen.

Ich bin gespannt, ob meine Schneeglöckchen das Teilen gut überstanden haben. Im Weißen Garten gab es zwei große Horste, die nun den kompletten schattigen Teil dieses Gartens mit Schneeglöckchen bereichern sollen. Im nächsten Frühjahr werde ich berichten, wie es geklappt hat.

Liebe Grüße aus dem noch bitterkalten Frühlingsgarten,

wünscht Dir Dein Sven.

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