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Tulpenfieber

Es hat mich gepackt! Wie im Fieberwahn habe ich letzten Sommer sämtliche Kataloge und Internetseiten nach ihnen durchforstet. Nichts entging mir auf der Suche, nach den passenden Tulpen für meinen Garten. Als die Lieferungen Stück für Stück eintrafen, wurde ich nur mit einem Kopfschütteln bedacht. Tagelang habe ich in Glückseligkeit und närrischem Eifer die verheißungsvollen Zwiebeln in die Erde und Töpfe gebracht. Nun bin ich verzückt und zufrieden, denn sie fangen an zu blühen. Es ist klar! Ich bin nicht mehr bei Sinnen, süchtig und dem Tulpenfieber anheim gefallen. Und deshalb komme ich nicht umhin, diesen Virus weiter zu verbreiten. Bist Du bereit?

Im Double Border befindet sich mein Frühlingsgarten. Hier ist schon recht früh im Jahr etwas los. Schneeglöckchen und Christrosen sind die frühen Stars des Jahres, gefolgt von Lenzrosen, Hyazinthen und Anemonen. Doch nun dominieren die Tulpen. Jeden Tag öffnet eine Weitere ihre Blüten und bringt den nächsten Farbtupfer in das bisher von Blau geprägte Beet. Jetzt werden Traubenhyazinthen und Kaukasusvergissmeinnicht zum Untertan der Tulpe und umschmeicheln die knalligen Lila- und Pinktöne.

Tulpen -noch sind nicht alle erblüht, doch schon jetzt krönen sie die Beete im Senkgarten.

Bereits vor vier Jahren zogen erste Tulpen ins Beet. Damals habe ich die Sorte „Blue Parrot“ und im Jahr später die Sorte „Negrita“ gepflanzt. Sie sind bereits das dritte Jahr in Blüte und scheinen recht zuverlässig wieder zu kommen. Im letzten Herbst habe ich deshalb die Anzahl erweitert und noch mehr „Blue Parrot“ integriert. Als weitere Ergänzung kam die Sorte „Queen of night“ dazu. Der dunkle Farbton soll das Blau der Begleitpflanzen und das Lila und Pink der Tulpen verbinden. Zum Zeitpunkt dieses Artikels war die Königin der Nacht allerdings noch nicht in Blüte. Ihre Majestät lässt noch auf sich warten.

Gemeinsam mit Traubenhyazinthen und Kaukasusvergissmeinnicht blühen sie um die Wette.

Im Verlauf des Frühjahrs wird „Blue Parrot“ immer heller, bis sie zart rosa über dem Beet tänzelt. Dann ergibt sich ein wunderschöner Dreiklang der gesetzten Tulpen aus Pink, Rosa und Weinrot. Diese Kombination wird sich auch noch bei den später blühenden Akeleien fortsetzen. Das Herausnehmen von Tulpenzwiebeln im Herbst kommt für mich nicht in Frage. Daher wachsen im Senkgarten nur Tulpen, die im nächsten Jahr wieder kommen. Die beiden gepflanzten Sorten scheinen sehr zuverlässig zu sein und blühen wie neu gepflanzt.

Tulpen in Begleitung des frischen Grüns der Stauden.

Oft sind die gefüllten und besonders schönen Sorten nicht so zuverlässig. Sie blühen meist ein oder zwei Jahre, dann bilden sie nur noch Blattmasse. Deshalb wachsen besondere Sorten bei mir immer in Töpfen. Dort können sie besser gehegt und gepflegt werden und kommen nach dem Einziehen gut versorgt in den trockenen, kühlen und dunklen Keller. Dort warten sie auf die Pflanzung im nächsten Jahr. Aus diesem Grund gibt es im Entré ein Blütenmeer aus Tulpen und anderen Frühjahrsblühern, die sich auf der Treppe und um den kleinen Sitzplatz drapieren.

Ein Topfarrangement im Entré mit Tulpen.

Hierfür habe ich fertige Pflanzkombinationen ausprobiert. Ein Blumenzwiebelhändler hat mir ein paar Päckchen zur Probe überlassen. „Wedding Gift“, „Perfect Pastell Collection“ und „Venice“ sind die Kollektionen, die ich in Töpfen ausprobiere. Die „Perfect Pastell Collection“ will im Topf nicht so gut wachsen. Die anderen beiden Kollektionen sind jedoch wunderschön gewachsen und bereichern meinen Topfgarten im Entré. Ebenfalls ausprobiert habe ich die Sorten „Dream Touch“ und „Blue Diamond“. Beide blühen großartig in den Töpfen im Entré.

Mit Begleitung blüht es sich gleich besser.

Weitere Sorten, die hervorragend im Topf wachsen sind „Blue Parrot“, „Dreamer“ und „Jumbo Pink“. Sie finden sich als Einzelsorten im Topf wider. Ich mag es, wenn nur eine Sorte an Pflanzen im Kübel ist. So lassen sich die Kübel leichter am Bestimmungsort kombinieren. Als Ergänzung gibt es weitere Frühjahrsblüher, die die Tulpen begleiten. In Töpfe gepflanzt blühen Vergissmeinnicht, Gänseblümchen und Hornveilchen um die Wette. Selbst der Rosengarten nimmt das Farbschema mit seinen Hyazinthen in Pastellblau und -rosa wieder auf. So ergibt sich bereits von der Straße her ein harmonisches Gesamtbild.

„Dream Touch“ im Topf.

Im Schattengarten, der an der Straßenseite des Hauses liegt, blüht es wieder weiß. Bereits im letzten Jahr zeigte die Sorte „Super Parrot“ wie gut sie mit der Mittelmeerwolfsmilch harmoniert. Das zarte Grün und das Weiß sind wunderbare Partner im Beet. Dieses Jahr wird es allerdings mit einem zarten Rosa ergänzt, dass leicht ins Apricot geht. Auf der etwas sonnigeren Seite des Schattengartens blühen sie schon. Zwischen dem Weiss und Grün der schattigeren Seite, scheinen sie sich noch etwas Zeit zu lassen.

Die weiße Sorte „Super Parrot“ harmoniert wunderbar mit dem frischen Grün.

Scheinbar hat sich mein Tulpenfieber gelohnt. Jeden Tag wandere ich durch meinen Garten und genieße das Blütenmeer, dass sich durch die Beete zieht. Ich erfreue mich an jeder einzelnen Blüte und an den Kombinationen mit anderen Frühblühern. Allerdings wächst die Tulpe nicht in jedem Gartenraum. Im Double Border, der Café-Laube und im Weissen Garten findet man sie nicht. Dort sind Narzissen die Hauptattraktion und sollen es auch bleiben. Im Rosengarten sind beide verbannt. Dort soll das gelbe verdorrende Laub der Blumenzwiebeln, nicht die Rosenblüte verderben. Deshalb blühen dort nur Frühjahrsblüher mit wenig Blattmasse.

„Angelique“ blüht in einem zarten Rosa- und Apricot-Ton.

Ich mache mir bereits Gedanken über die Farbkombination der Tulpentöpfe des nächsten Jahres und habe bei meinen Lieblingslieferanten die Internetseiten durchforstet. Es gibt so viele schöne Sorten! Mit akutem Tulpenfieber ist das allerdings keine gute Idee. Schließlich soll man auch nicht mit großem Hunger Lebensmittel kaufen gehen. Ich versuche das Fieber vor der Bestellung in den Griff zu bekommen. Ob ich das hinbekomme? Ich habe ja noch Zeit…

Deshalb genieße ich erst einmal die eigenen Tulpen und mache Siesta im Senkgarten. Ich hoffe, Dir hat der Artikel gefallen und Lust auf Tulpen gemacht. Ich freue mich von Dir in den Kommentaren zu hören und wünsche Dir ein gutes Tulpenjahr.

Dein Sven.


Weiterführende Links (Werbung ohne Gegenwert):

Tulpen kaufen ist für mich Vertrauenssache. Deshalb kaufe ich in der Regel dort, wo ich gute Ware günstig, in großen Mengen und mit hoher Qualität bekomme. Für mich ist der Garten und dieser Blog ein Hobby und so möchte ich nicht zu viel Geld für schlechte Ware verlieren. Deshalb stelle ich Dir meine Tulpenhändler gerne vor:

Dutschgrown.de (von dort sind die tollen Kollektionen!)

Bulbi.de

Fluwel.de

5 Comments

  • Renate Zickenheimer

    Ja, ja, das Tulpenfieber und ich dachte tatsächlich, das hätte mit dem Börsencrash in Holland vor Jahrhunderten geendet. Ich bin da Gott sei Dank längst geheilt und habe auch in meinem Tulpenpost beschrieben, wie kurzlebig die, zugegeben, großartigen Hybriden sind.
    65 % Ausfall im ersten Jahr und 90 % im zweiten Jahr, egal ob Topf oder Beet, das ist mir zuviel. Ich pflanze nur noch wenige bewährte Sorten und greife bei Neupflanzungen lieber auf die T. kaufmanianas, tardas, clusianas und andere Wildtulpen zurück. Die habe ich Jahrzehnte im Garten und wo es ihnen gefällt, da legen sie auch zu und das bringt mich dann schon eher ins Tulpenfieber.
    Aber unbestritten, Deine Topfparade sieht grandios aus, viel Freude weiter mit ihr und schönes Wochenende. LG Wurzerl

  • Susanna

    Lieber Sven,
    „jetzt werden Traubenhyazinthen und Kaukasusvergissmeinnicht zum Untertan der Tulpe“ – ach, wie poetisch du deinen Garten im Tulpenfieber beschreibst! Da ist nicht nur das Schauen, sondern auch das Lesen ein Genuss. Die Farbkombinationen sind wunderschön: ‚Jack Frost‘ mit kräftigem Pink genauso wie die weißen Tulpen mit der Wolfsmilch.
    Ich habe in den letzten Jahren Tulpen nur spontan im Herbst gekauft, weil sie bei uns ohnehin Wühlmausfutter sind. Deine schlichten Töpfe mit der üppigen Tulpenpracht gefallen mir sehr – vielleicht versuche ich es mal mit eingegrabenen Töpfen …
    Ich wünsche dir ein schönes sonniges Wochenende, genieß‘ die Pracht,
    liebe Grüße
    Susanna

    • Sven

      Liebe Susanna,

      das mit den eingegrabenen Töpfen könnte klappen, wenn Du sie erst zur Blüte einpflanzt. Wenn man das vorher macht, wird es vermutlich zur Fäulnis kommen. Der Topf sammelt im eingegrabenen Zustand einfach zu viel Wasser…

      Über Deine Erfahrung mit dieser Methode würde ich mich sehr freuen. Ich drücke Dir die Daumen.

      Liebe Grüße,

      Sven

  • Claudia

    Hallo Sven,
    die Ergebnisse deines Fieberschubs können sich wirklich sehen lassen. Ich hatte den auch mal vor Jahren. Allerdings habe ich es mit den Tulpenhybriden inzwischen weitgend aufgegeben. Sie sind mir nicht nachhaltig genug. Im nächszen Jahr kommt nur noch eine kleiner Teil zur Blüte, dafür stehen überall und nirgends diese unansehnlichen „Einblattulpen“ in den Beeten. Denn alle Brutzwiebeln erwischt man beim Rausnehmen nie. Überlebende schlagen irgendwann in grelles Gelb und Rot um, Farben, die ich an Tulpen garnicht mag. Ich bevorzuge deshalb inzwischen botanische Tulpen. Deine Pflanzungen finde ich aber bildschön.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Sven

      Liebe Claudia,

      das mit den Tulpen ist in der Tat so eine Sache… Vermutlich werde ich auch irgendwann einmal an diesen Punkt kommen. Mit Tulpen hatte ich mich deshalb bisher auch immer zurück gehalten. Jetzt lasse ich mich überraschen, was nächstes Jahr noch kommt. Im Senkgarten hatte ich Glück, da kam das meiste wieder durch. Bei den neu gepflanzten und gefüllten Tulpen, wird es vermutlich nicht so gut werden. Aber auch das lässt sich lösen.

      Danke für Dein liebes Kompliment,

      Sven.

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