Mit Schaufel und Harke,  Tipps & Tricks

Unter die Erde? In die Erde!

Wie bringt man Pflanzen gut in die Erde und nicht gleich unter die Erde? Was muss man alles beachten, damit das Anwachsen möglichst gut und schnell von statten geht? Hierzu ein paar Tipps:

1. Welche Pflanze passt an diesen Ort?

Ist er schattig, halbschattig, oder sogar sonnig? Eher trocken, oder feucht? Ist der Platz frei, oder gibt es Wurzeldruck durch Bäume oder Sträucher? Welchen ph-Wert hat der Boden? Ist er sauer, neutral oder basisch? Pflanzt man die richtige Pflanze an den richtigen Ort, braucht sie kaum Pflege und das Anwachsen geschieht fast von selbst. Viele Gärtnereien und Informationsseiten im Internet bieten ausführliche Beschreibungen, um sich vorab schlau machen zu können. Noch besser ist der Gang zum Fachhändler, wie einer Staudengärtnerei oder einer Baumschule. Dort wird man in der Regel gut beraten.

2. Vor dem Kauf die Qualität der Pflanze prüfen.

Die Blätter sollten leuchtend Grün und fest sein. Nichts sollte schimmeln, Braun sein oder faulen. Aus dem Topfboden dürfen die Wurzeln leicht herausschauen, so sieht man sehr schnell, ob bereits Wurzeln gebildet wurden.

Haben die Wurzeln einen festen Filz am Topfboden gebildet, war die Pflanze schon zu lange Topf und es bedarf mehr Aufwand und Kraft für die Pflanze zum Anwachsen in der neuen Umgebung. Durch das herausnehmen aus dem Pflanztopf würde sie zu viele Wurzeln verlieren und neue Wurzeln müsste sie erst einmal aus dem Wurzelgeflecht herauspressen.

Vor Ort kann die Pflanze auch aus dem Topf gehoben werden. Ist sie gut durchwurzelt und sind die Wurzeln Weiss, dann spricht das für gute Qualität. Zerfällt der Topfballen, ist die Pflanze noch nicht eingewachsen. Dann sollte vom Kauf abgesehen werden. So eine Pflanze verkauft eine gute Gärtnerei nicht.

3. Wie bereite ich das Pflanzloch vor?

Die meisten Pflanzen möchten nur so tief gesetzt werden, wie sie im Topf stehen. In diesem Fall, muss das Pflanzloch so tief ausgehoben werden, wie der Wurzelballen hoch ist. Es gibt aber auch Ausnahmen: Zum Beispiel wollen Tomaten, Rosen und Klematis gerne etwas tiefer stehen. Hier muss entsprechend deren Ansprüchen tiefer gegraben werden.

Die Erde zum Auffüllen muss den jeweiligen Ansprüchen der Pflanze genügen und entsprechend aufbereitet werden. Mag die Pflanze es eher trockener und mager, sollte die Aushub-Erde mit Sand oder Schotter durchlässiger gemacht und von einer Düngung abgesehen werden. Mag sie es eher satt, braucht es Kompost oder gedüngte Erde. Je nach ph-Wert des Bodens könnte dieser mit Kalk oder mit saurem Boden den Ansprüchen der Pflanze angepasst werden.

Die meisten Pflanzen brauchen zum Anwachsen Wasser. Auch Pflanzen, die es eher trockener lieben. Deshalb macht es sinn, das Loch vorab gut zu wässern. Pflanzen, die nicht zu Feucht stehen wollen, können auf eine Schicht Sand oder Kies gesetzt werden. Damit entsteht eine Drainageschicht, die ein zu schnelles Verfaulen verhindert.

Manche Pflanzen gedeihen mit Mykorrhiza-Pilzen besser. Diese gehen eine Symbiose mit der Pflanze ein. Sie wird mit Hilfe des Pilzes mit Nährstoffen versorgt und liefert im Austausch Zucker. Solche Pflanzen gedeihen besser und werden gegen Trockenheit resistenter. Der Pilz wird in Pulverform beim Einpflanzen, direkt an die Wurzeln ins Pflanzloch gebracht.

4. Der Wurzelballen braucht ebenfalls eine Vorbereitung.

Damit die Pflanze schnell neue Wurzeln bildet und sich die Wurzeln nicht weiterhin im Kreis drehen – wie sie es im Topf gemacht haben -, verletzt man leicht die äußere Wurzelschicht am Wurzelballen. Die Wurzeln werden so aus ihrer Bahn befreit und wachsen schneller in die neue Umgebung ein.

Damit genug Wasser zum Einwachsen zur Verfügung steht, kann der Wurzelballen vor dem Verpflanzen in einen Eimer mit Wasser getaucht werden. Steigen keine Luftblasen mehr auf, hat der Ballen genug Wasser aufgenommen und kann eingepflanzt werden.

5. Nach dem Pflanzen.

Damit die Wurzeln Bodenschluss bekommen, wird direkt nach dem Einpflanzen gewässert. So werden die Wurzeln mit der Erde eng umschlossen.

Manche Pflanzen brauchen viel Nahrung und man muss direkt bei der Pflanzung und in größeren Abständen in die obere Erdschicht Dünger einarbeiten. Am besten hilft eine Schicht Kompost, aber auch organische Dünger, wie z.B. Hornspähne füttern die Pflanze biologisch sinnvoll.

Nun braucht es nur noch viel Liebe und gutes Zureden. Aber vielleicht hast Du noch weitere hilfreiche Tipps? Lass uns unsere Erfahrungen zusammen bringen und schreib etwas in die Kommentare.

Lieben Dank,

Dein Sven.

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