Dahlie (Dahlia)
Wer kennt sie nicht? Die Dahlie gehört zu einer der begehrtesten und imposantesten Blühpflanzen des Sommergartens. Mitunter kommt es im zeitigen Frühjahr beim Kauf der Knollen zu unglaublichen Hamsterkäufen. Auch ich kann nicht widerstehen und kaufe Knollen, was das der Geldbeutel herhält! Hinterher erschrecke ich mich dann selbst, wieviel ich in meinem Sammelwahn erstanden habe. Dann weiß ich oft nicht, wo sie überall ihren Platz finden sollen. Aber es geht nicht nur mir so! Besondere Sorten sind bereits innerhalb von wenigen Stunden ausverkauft. Grund genug, etwas mehr über diese wunderbare Pflanze in Erfahrung zu bringen.




Bereits im März bin ich dabei die Knollen, die ich mühevoll über den Winter im Keller gelagert habe, in meine Anzuchttöpfe zu pflanzen. Ich bin ein Freund des Vortreibens. Deshalb dürfen sie im frostfreien Gewächshaus langsam erwachen und sind schon ein stattliches kleines Pflänzchen, bis sie Ende Mai in die Beete gebracht werden. Es ist eine mühsame und aufwendige Arbeit: im März beginne ich die Dahlien vorzuziehen, im Mai kommen sie in den Boden oder in Töpfe, im Herbst nach dem ersten Frost wieder heraus und dann werden sie sachgerecht gereinigt und gelagert. Die Dahlie gehört also nicht zu den pflegeleichten Gartenpflanzen. Dies vor allem, da sie aus wärmeren Gefilden, nämlich aus Mexiko, Guatemala und Kolumbien stammt und damit Kälte überhaupt nicht verträgt. Minusgrade führen zum erfrieren der Pflanze.



Mittlerweile ist die Dahlie, die bis vor ein paar Jahren noch als Oma-Pflanze verschrien war, total im Trend. Wer nicht rechtzeitig neue Sorten bestellt oder kauft, geht deshalb schnell mal leer aus. Es ist jedoch kein Wunder, dass die Dahlie diesen Hype erlebt. Aufgrund der großen Farbauswahl, der unterschiedlichen Blütenformen und einer großen Spannbreite in der Wuchsform, findet jeder seine passende Dahlie. Im Moment sind besonders Pastellfarben beliebt, die kombiniert in der Vase einen üppigen und harmonischen Blumenstrauß bilden. Solch einen Reichtum an unterschiedlichen Sorten bildet kaum eine andere Gartenpflanze. Wenn Du selbst neue Sorten züchten möchtest, musst Du die Dahlie Samen bilden lassen. Wenn Du diese aussäst, wirst Du ein Sammelsurium an unterschiedlichen Formen und Farben vorfinden, aus denen Du die Schönsten weiter kultivierten kannst.
Mein Buch
In meinem Buch „Blüh auf! Stressfrei gärtnern und Kraft aus dem eigenen Garten schöpfen“ gibt es viele Beetpläne, so dass sich auch Dein Garten ganz einfach zu einer wahren Oase entwickeln kann.





Die Blütenformen sind vielfältig:
- Einfachblühende Dahlien.
- Anemonenblütige Dahlien.
- Halskrausen-Dahlien.
- Seerosen-Dahlien.
- Dekorative Dahlien.
- Ball-Dahlien.
- Pompon-Dahlien.
- Kaktus-Dahlien.




Meine Lieblinge sind die Ball- und Pompon-Dahlien. Sie bringen mit ihrer runden Form Struktur in meinen Garten. Deshalb finden sich auch einige dieser Blütenformen in meinen Beeten. Auch die Seerosen- und Dekorativen-Dahlien liebe ich sehr. Sie sind zwar alle gefüllt und damit nicht besonders insektenfreundlich, da mein Garten sonst gut mit Nektarpflanzen bestückt ist, erlaube ich mir bei den Dahlien diese grandiose Üppigkeit. Wenn Du jedoch Insekten Nektar bieten möchtest, kannst Du ebenfalls bei den Dahlien fündig werden. Einfachblühende, anemonenbütige und Kaktus-Dahlien sind für den insektenfreundlichen Garten eine Alternative zu den üppig gefüllten Sorten. Wenn Du übrigens diese Sorten weiter vermehren möchtest, solltest Du das über die Rhizome machen. Rhizome, die über ein Auge am oberen Ende verfügen, können von den anderen Rhizomen getrennt und zur Vermehrung weiterkultiviert werden.



Die Dahlie eignet sich nicht nur zur Dekoration, sondern kann sogar gegessen werden. Alle Pflanzenteile sind essbar. Von der Knolle, über die Blätter und Blüten hinweg, lässt sich alles verwenden. Ich mag es sehr gerne, wenn Salate mit etwas Farbe aufgepeppt werden. Dafür streue ich die bunten Blütenblätter einfach in den Salat. Blätter und Knollen habe ich noch nicht gegessen. Hierzu muss ich noch einen Selbstversuch starten. Der Geschmack der Dahlienknollen soll jedoch sehr unterschiedlich sein. Einige schmecken nach Fenchel, andere nach Spargel, Sellerie oder Kohlrabi. Wenn Du sie probieren möchtest, kannst Du die Knollen im Herbst schälen und 40 bis 45 Minuten in Salzwasser kochen. Dann sind sie als Gemüse verzehrfertig oder können mit etwas Milch und Butter zu Püree weiter verarbeitet werden.
Kleiner Steckbrief:
- Name: Dahlie (Dahlia)
- Blütenfarben: weiss, rosa, lila, rot, orange, gelb,… und in verschiedenen Farbmischungen und -nuancen
- Blütezeit: je nach Sorte von Juni/Juli bis zum ersten Frost (Oktober)
- Höhe: die meisten Sorten bewegen sich zwischen 60 cm bis 120 cm; es gibt nach oben oder unten noch weitere Höhenstaffelungen.
- Licht: sonnig
- Boden: durchlässig, Humor, frisch
Mein Buch
In meinem Buch „Blüh auf! Stressfrei gärtnern und Kraft aus dem eigenen Garten schöpfen“ gibt es viele Beetpläne, so dass sich auch Dein Garten ganz einfach zu einer wahren Oase entwickeln kann.

Auch bei den Dahlien brauchen optimale Standortbedingungen, um optimal wachsen zu können. Deshalb solltest Du vorab bedenken, wohin Du sie pflanzt. Je mehr Schatten eine Dahlie abbekommt, umso weniger blüht sie. Deshalb stehen Dahlien am liebsten an einem vollsonnigen Platz in humoser, frischer Gartenerde. Festen, lehmigen Boden mögen sie nicht so gerne, da er das Wasser gut hält und die Knollen in regenreichen Sommern zum Faulen bringen kann. Wer sie optimal versorgen möchte, achtet auf einen leicht sauren Boden. Aber das ist kein Muss. Dahlien wachsen auch gut in ph-neutraler Erde. Du solltest jedoch darauf achten, Deine Dahlien zur Pflanzung und im Juli zur Blütenbildung mit organischem Dünger zu unterstützen. Hierzu kannst Du gebrauchsfertigen Dünger, wie Rinderdungpallets, Schafwollpallets oder Hornmehl verwenden oder Du versorgst sie regelmäßig mit Brennnesseljauche und Kompost.



Damit die Dahlien viele Blüten bilden, empfiehlt es sich den Austrieb zu pinzieren und auch im weiteren Verlauf die vergangenen Blüten regelmäßig oberhalb eines Blattpaares abzuschneiden. So verzweigt sich die Dahlie immer weiter und sorgt so für eine große und reiche Blüte. Deshalb ist die Dahlie auch gut für die Vase geeignet. Je mehr Du schneidest, umso mehr Blüten kommen nach und umso mehr Sträuße kannst Du aus einer Pflanze binden. Achte aber auch darauf, die Dahlie zu stützen. Da sie meist sehr hoch werden, neigen sie bei starken Regengüssen oder Winden umzuknicken. Aus diesem Grund braucht es unbedingt einen festen Stab an dem die Pflanze angebunden wird und damit Halt finden kann.

Vermutlich ist es jetzt klar, weshalb ich den Aufwand auf mich nehme, Dahlien in meinem Garten anzubauen. Deshalb gehe ich nun wieder nach draußen und mache weiter, Dahlienknollen in meine Anzuchttöpfe zu pflanzen. Ich habe mittlerweile so viele, dass sie nicht mehr alle ins Gewächshaus passen. Jetzt muss der Tageslichtkeller herhalten. Wenn Du allerdings noch etwas mehr über die Pflege und Anzucht der Dahlie herausfinden möchtest, darfst Du gerne weiter unten nach den passenden Blogbeiträgen schauen. Dort findest Du auch die Kommentarfunktion. Ich freue mich immer, wenn ich etwas von Dir höre.
Ich wünsche Dir einen Strauß voller Dahlien. Bis bald,
Dein Sven.
Weiterführende Links (Werbung ohne Gegenwert):
Dahlien vorziehen
Wenn Du die Blühsaison Deiner Dahlien verlängern möchtest, kannst Du sie vorziehen. Hier zeige ich Dir, wie das geht.

Dahlien einlagern
Hier findest Du einen ganzen Blogartikel über das Einlagern von Dahlien.

Meine Dahlien
Ich werde immer wieder gefragt, wie die Dahliensorten in meinem Garten heißen. Hier erfährst Du es!

Bakterienkrebs bei Dahlien
Bevor Du die Dahlien im Frühjahr in die Beete setzt, solltest Du darauf achten, dass sie keinen Bakterienkrebs haben. Was das ist? Das erkläre ich Dir in diesem Blogbeitrag.

Mein Buch
In meinem Buch „Blüh auf! Stressfrei gärtnern und Kraft aus dem eigenen Garten schöpfen“ gibt es viele Beetpläne, so dass sich auch Dein Garten ganz einfach zu einer wahren Oase entwickeln kann.




One Comment
Renate Zickenheimer
Ich kann die Sympathie für diese Gattung gut nachvollziehen, das sind für mich die unbestrittenen Herbstköniginnen, die sich vom „Fußvolk“ den Astern z.B. umspielen lassen.
In Wurzerlsgarten gibt es keine Dahlien, nicht mehr. Seit der Naturzertifizierung meines Gartens gibt es bei mir kein Schneckenkorn mehr. Das Schicksal jeder Dahlie in meinem Garten ist damit besiegelt, selbst wenn ich sie vorziehen würde.
Und ich leiste mir auch den Luxus mit dem „naturnäheren“ Gärtnern auf Nachhaltigkeit zu achten und den Garten nach und nach zu seniorisieren. Ja, ich steh dazu, bin auch etwas zu faul geworden, für die notwendigen Prozedere rund ums Dahlienjahr.
Trotzdem, ich gebe zu, wenn ich dann solche Berichte über diese Gattung lese und die schönen Fotos dazu ansehe, dann habe ich immer das dumpfe Gefühl, doch wieder etwas verpasst zu haben in meinem Gartenjahr.
Wünsche Dir ein schönes Wochenende. Wurzerl