Mit Schaufel und Harke,  Tipps & Tricks

Samenernte

Der Garten ist in dieser Jahreszeit voll davon. Überall erblickt man die Fruchtstände der Stauden, der Ein- und Zweijährigen. Meist heben sie sich dunkelbraun von den schön gelb und rot gefärbten Blättern ab und thronen auf den Pflanzenspitzen. Jetzt, im Herbst, ist die Zeit die Samen zu ernten!

Voll beladen mit Samenständen: Wasserdost (li) und Kandelaberehrenpreis (re)

Wenn ich zur Herbstzeit durch den Garten wandere, bin ich hoch erfreut. Wenn ich die Samenstände sehe, weiss ich, dass mir im nächsten Jahr noch mehr Grün aufgeht. Ich säe gerne meine eigenen Pflanzen aus. So habe ich immer Nachschub, für den Fall, dass mir Pflanzen eingehen. Und wenn ich Pflanzlücken habe, brauche ich nur auf meinen Fundus zurück zu greifen. Alles kaufen wäre einfach zu teuer. Und wieso sollte ich das tun, wenn ich mich umsonst bedienen kann?

Wenn alles bereit liegt, kann es los gehen.

Am besten ist es, wenn man sich für die Samenernte schon einmal alles zurecht legt, was im Ablauf benötigt wird: Gartenschere, Samentütchen, ein Blatt oder altes Zeitungspapier, eine Aufbewahrungsbox und ein Stift. Und dann werden die Samen geerntet. Wichtig ist, dass man weiß, von welcher Pflanze der Samenstand abgeschnitten wurde, um später die Beschriftung der Tüte korrekt vornehmen zu können.

Die Samen vorsichtig aus den Samenständer heraus lösen.

Die Ernte sollte möglichst an einem trockenen Tag stattfinden. Noch besser ist es, wenn es mehrere Tage sonnig war und die Samenstände möglichst trocken sind. Ist dies nicht der Fall, müssen diese erst einmal getrocknet werden. Am besten bei Zimmertemperatur an einem dunklen Ort. Vorzugsweise mehrere Tage im Keller.

Die Samen werden auf einem Stück Papier aufgefangen.

Sind die Samenstände trocken, lassen sich die Sämereien meist ohne Widerstand herausdrücken oder herausschütteln. Dies sollte an einem windstillen Ort über Zeitungspapier gemacht werden. Je nach Größe der Samen, kann es schwierig werden, diese von einem Tisch oder einer festen Unterlage aufzunehmen. Mit einem Papier, oder Zeitungspapier als Unterlage, lassen sich die Sämereien wunderbar in Samentütchen füllen. Sollte neben den Samen viel Pflanzenmaterial mit dabei sein, kann man durch vorsichtiges Pusten die leichteren Pflanzenpartikel von den Samen trennen. Je weniger die Samen verunreinigt sind, um so weniger Probleme entstehen bei der Lagerung und der Aussat.

So lassen sich die Samen gut in die Tütchen füllen.

Samentütchen können entweder gekauft, oder selbst gebastelt werden. Im Idealfall sind sie atmungsaktiv, damit eine mögliche Restfeuchtigkeit in den Fruchtständen nicht zu Fäulnis führt. Neben Papier kann auch Stoff, Pappe, Taschentücher, Servietten oder Kaffeefilter als Material zur Aufbewahrung genutzt werden. Alles was die Feuchtigkeit nach außen dringen lässt und zu Tütchen oder Säckchen verarbeitet werden kann, ist geeignet.

Eine gute Beschriftung ist sehr wichtig.

Neben der Atmungsaktivität muss die Tüte beschriftet werden können. Als Mindestbeschriftung sollte der Name der Pflanze und das Erntejahr erfasst werden. Neben diesen Informationen kann aber auch die Beschreibung der Pflanze selbst, wie die Blütenfarbe, Blühzeitpunkt, Höhe der Pflanze usw. auf dem Tütchen vermerkt werden. Zusätzlich könnte eine Saatanleitung erfasst werden. Das heißt, wann ausgesät werden soll, ob es ein Kühl-, Licht- oder Dunkelkeimer ist und wie lange die Keimung dauert. Dies lässt sich leicht aus dem Internet in Erfahrung bringen.

Einfach mal probierten, was gut funktioniert.

Mit all diesen Informationen ausgestattet, lassen sich die Samen ein bis maximal zwei Jahre aufbewahren. Über diese Zeit hinaus werden die meisten Samen keimfaul und damit der Ertrag geringer. Deshalb sollte man die Samen alle zwei Jahre aussortieren. Möchte man die Samen testen, ob sie noch ausreichend keimfähig sind, empfiehlt sich eine Probe von wenigen Samen auf nassem Küchenpapier. Zusätzlich müssen die Keimvoraussetzungen gewährleistet werden.

Eine Holzbox gewährleistet den Luftaustausch.

Keimvoraussetzung:

Kaltkeimer: Brauchen einen Kältereiz über eine längere Periode, um keimfähig zu werden. Erst dann bilden sich die Hormone, die den Samen zum Keimen bringen. Kältereize sollten nicht unterbrochen werden. Zudem brauchen unterschiedliche Pflanzen zur Samenreife unterschiedliche Kälteimpulse, die bis hin zum Frost reichen können.

Lichtkeimer: Sie benötigen Licht zur Ausbildung der Keimhormone. Deshalb sollten sie nur leicht, bis gar nicht mit Erde bedeckt werden, um möglichst viel Licht an den Samen zu lassen. Im Idealfall werden die Samen nur leicht an die Erde gedrückt.

Dunkelkeimer: Sie müssen gut mit Erde oder Sand abgedeckt werden, damit sie keimen können. Als Faustregel gilt, dass die Erdschicht zur Abdeckung zwei- bis drei Mal sich hoch sein sollte, wie die Samen selbst sind.

Nicht nur von Stauden lassen sich Samen gewinnen.

Am besten Lagert man die Tütchen an einem kühlen Ort. Ich mache das im Keller in einer Holzbox, die zusätzlich gut belüftet ist. Dann kann den Samen erst einmal nichts passieren und für die Aussaht im Herbst (i.d.R. Kaltkeimer) oder Frühjahr (i.d.R. Licht- und Dunkelkeimer) ist alles vorbereitet.

Viel Spaß bei der Samenernte wünscht Dir,

Sven.

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