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Pelargonien vermehren

Jedes Jahr landen Pelargonien in meinem Garten. Sie vermitteln südliches Flair und gehören zu den bevorzugten Topfpflanzen bei großer Hitze. Bisher habe ich meine Pelargonien beim Gärtner oder im Pflanzenmarkt gekauft. Dort ist die Auswahl meist nicht so groß und es gibt selten besondere Sorten. Durch einen Tipp bin ich im Internet auf einen Pelargonienhändler gestoßen, der seine Schätze auf dem Postweg versendet. Dort findet man unter anderem Rosenblütige Pelargonien, Kaktus-Pelargonien oder Schwedische Pelargonien. Leider konnte ich nur drei Sorten erstehen, da alles ziemlich schnell ausverkauft war. Deshalb möchte ich meine Schätze zur Sicherheit vermehren.

Stillleben mit Pelargonie.

Ich habe drei Sorten erstanden. Die weisse Sorte Pelargonium zonale „Noel“, eine kuschelige, leicht rosafarbene Pelargonie mit der Bezeichnung Pelargonium peltatum „PAC Viva Carolina“ und die pinke Pelargonium zonale „Petrei Grey Eminence“. Alle sind gut angewachsen und haben den Sonnenplatz im Senkgarten verschönert. Im Sommer zählt dieses kleine Plätzchen zu den heißesten Orten im Garten und braucht Pflanzen, die gut Hitze vertragen. Da kommen die Pelargonien gerade Recht. Leider ist die pinkfarbene „Petrei Grey Eminence“ nicht gut angewachsen und ist zudem beim Handtieren mit dem Gartenschlauch herunter gefallen. Da lag sie nun! Fast alle Seitentriebe waren abgebrochen. Auf mich selbst wütend, habe ich die abgebrochenen Stängel einfach zurück in den Topf, in die Erde gesteckt. „Sollen sie doch machen, was sie wollen!“ Und irgendwann sind sie ganz unverhofft gewachsen und haben angefangen zu blühen.

Alles Materialien zusammen? Dann geht es los!

Ich wusste zwar, dass man Pelargonien leicht durch Stecklinge vermehren kann, aber dass das so unkompliziert ist, wusste ich nicht. Und da ich diese tollen Sorten sowieso für das nächste Jahr vermehren will, mache ich mich angespornt durch die unverhoffte Blütenpracht daran die Vermehrung in die Wege zu leiten. Schnell suche ich alles was ich brauche zusammen. Zuerst benötigt man eine Schere zum Abschneiden der Triebe. Dann brauchtt man ein scharfes Messer (z.B. ein Teppichmesser), eine Unterlage zum Schneiden, Anzuchterde, Pikierstab und Töpfe oder Saatgutschalen. Wenn alles zurecht gelegt ist, kann es losgehen.

So soll der Abschnitt von der Pelargonie aussehen.

Zuerst suche ich mir an den Pelargonien Triebe heraus, die circa fünf bis zehn Zentimeter lang sind und möglichst keine Blütenansätze haben. Mit der Schere werden diese Pflanzenteile abgeschnitten und zur weiteren Verarbeitung auf die Unterlage gelegt. Dann wird mit dem scharfen Messer unterhalb einer Blattachsel ein Schnitt gemacht. Alle Blätter und möglichen Blütenansätze darüber werden bis auf ein oder zwei Blätter möglichst weit oben abgetrennt. Dann ist der Steckling zum Einpflanzen fertig.

Vorsichtig wird der Steckling in die Erde geführt.

Die Töpfe oder Saatschalen sind bereits mit der Anzuchterde gefüllt. Mit dem Pikierstab mache ich ein Loch in die Erde und führe den Steckling vorsichtig hinein. Dann wird die Erde leicht angedrückt. Nun muss nur noch gegossen werden und der Steckling ist zum Anwachsen bereit. Wer im Sommer zwischen Juli und August Stecklinge macht, kann diese an einem absonnigen Ort im Garten aufstellen und muss nur noch die Erde feucht halten. Wer die Stecklinge im September verarbeitet, sollte sie ins Gewächshaus oder direkt ins Haus an ein Fenster ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen. Im Haus würde ich zudem eine Glashaube oder eine durchsichtige Plastikfolie über den Stecklingen platzieren, damit sie nicht zu viel Wasser verdunsten und die Luft gespannt bleibt.

Das Ganze noch gut wässern.

Meine zufallsbedingten Juli-Stecklinge haben schon wunderbar Wurzeln gebildet und sind bereits in größere Töpfe umgezogen. Erst einmal stehen sie mit den September-Stecklingen im Gewächshaus. Wenn die Temperatur dort Ende Oktober oder Anfang November so stark absinkt, dass sie unter zehn Grad kommt, werden alle ins Haus gebracht. Dort werden sie in einem kühlen Raum weiter gepflegt. Im nächsten Jahr gibt es dann bereits mehrere Pflanzen der heiß geliebten Sorten und ich muss mir keine Gedanken mehr machen, rechtzeitig welche zu bestellen.

Ein typisches Bild in Süddeutschland: Pelargonien am Fenster.

Pelargonien – im Volksmund fälschlicherweise auch Geranien genannt – sind an Fenstern oder auf Balkonen eine wahre Augenweide. Besonders hängende Sorten machen diese Plätze zu einem auffallenden Ereignis. Im letzten Jahr habe ich Balkonkästen fotografiert, die nur zwei hängende Sorten beinhalteten und in dieser Kombination richtig klasse wirkten. Jetzt freue ich mich schon riesig auf das nächste Jahr. Dann gibt es sicherlich eine Pelargonienexplosion in meinem Garten.

Hast Du auch schon Pelargonien vermehrt? Wie ist es Dir gelungen? Welche Sorten kannst Du empfehlen? Über einen Kommentar mit Deinen Empfehlungen freue ich mich sehr.

Auf gutes Wachstum,

Dein Sven.


Weiterführende Links (Werbung ohne Gegenwert):

Die besonderen Pelargonien findest Du bei „Pelargonienträume.de“.

Zum ersten Mal habe ich Anzuchtschalen verwendet, die aus Kautschuk hergestellt sind. Ich möchte im Garten noch nachhaltiger werden und bin deshalb immer auf der Suche nach neuen Innovationen. Die Schalen aus Kautschuk lassen sich ganz gut Händeln. Alles weitere werde ich erproben. Bezogen habe ich sie vom nachhaltigen Internetshop „Daheeme.com“. Toll, dass es solche Shops gibt!

3 Comments

  • Brigitte Schützner

    Ich habe auch Pelargonium mit Stecklingen im Wasserglas zum bewurzeln gebracht.
    Die meisten jedoch überwinterte am Dachboden,Westseite mit viel Licht gedeihen erfolgreich bei mir.Somit kaufe ich nur noch selten und mit Ausnahmen

  • Susanna

    Lieber Sven,
    die Pelargonien habe ich früher gar nicht als sooo vielfältig wahrgenommen. Als wir dann einmal im Berggarten in Hannover etliche verschiedene Exemplare gesehen (und beschnuppert haben), wurde mir erst bewusst, dass es mehr gibt als weiße, rote und rosa Geranien vom Gärtner um die Ecke, die in Blumenkübeln hängen oder stehen.
    Deine Sorten gefallen mir alle, am besten die strahlend Weiße – sooo ein Leuchten! Sie wirkt bestimmt auch in der Dämmerung zauberhaft, wenn ihr in eurem Senkgarten sitzt.
    Im Urlaub in Bayern habe ich auch Balkonkästen fotografiert. Ich bin begeistert, welche Blütenpracht sie dort an den hübschen Häusern entfalten! Ich drücke dir die Daumen, dass deine Stecklinge gut wachsen und grüße dich herzlich

    Susanna

  • Andrea

    hallo sven, ich lieb sie auch und bringe sie immer durch den winter im haus. eine frage: schützt du sie vor regen oder ist das deiner meinung nach unnötig?

    frohes herbsten, andrea

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