Mit Schaufel und Harke,  Tipps & Tricks

Tanz der Elfen

Sie sind meine absoluten Stars des späten Frühlings: die Akeleien. Es gibt keinen Gartenraum, in den sie noch nicht eingezogen sind. Hier und da tanzen sie über den meist noch grünen Stauden und verzaubern den Garten mit ihrer Leichtigkeit. Jeder noch so kleine Windhauch bringt Bewegung in ihre zarten Blütenblätter und erweckt sie zum Leben. Ich komme nicht umhin, diesen Schönheiten einen weiteren Artikel zu widmen.

Elfentanz im Senkgarten

Im Senkgarten blühen meine Akeleien in kräftigen Farben. Blau, Lila und Pink sind hier vorherrschend. Hier blüht auch unsere heimische Sorte „Aquilegia vulgaris“ in einem kräftigen Blauton. Sie gehört zu den gefährdeten Pflanzen und kommt hauptsächlich in Süddeutschland in lichten Wäldern oder Lichtungen vor. Samen der Wildart oder Pflanzen im Topf findet man in gut sortierten Gärtnereien oder Staudengärtnereien. Es lohnt sich die Natur zu unterstützen und auch die Wildform in den Garten zu holen. Durch das Einkreuzen nordafrikanischer Sorten, kam eine ungeahnte Vielfalt an Blütenformen und -farben in unsere Gärten. Bei mir blühen deshalb auch die Sorten „Aquilegia atrata“, Aqulilegia Hybride „Black Barlow“, Aquilegia-Hybride „Blue Barlow“ und eine Akelei „Biedermeier“, die an zwei Stellen ohne zutun aufgegangen ist.

Die Akelei hat viele Namen. Sie wird unter anderem als Frauenhandschuh, Dryakerskraut, Gotteshut, oder Schlotterhose bezeichnet. Die Herkunft des Namens Akelei ist allerdings nicht eindeutig geklärt. Es gibt zwei Theorien. Die eine Theorie besagt, dass der Name vom lateinischen Wort „aqulia“ abstammt, das mit Adler übersetzt wird. Der lange Sporn der Pflanzen soll damit an den gekrümmten Adlerschnabel oder an eine Adlerkralle erinnern. Hildegard von Bingen überlieferte als eine der ersten den Namen. Deshalb könnte er auch vom althochdeutschen „aglaia“ abstammen, der „spitz“ oder „scharf“ bedeutet und ebenfalls einen Sporn beschreiben könnte.

Elfentanz im Schattengarten

Im Schattengarten gibt es neben vielen zart rosanen Hybriden auch weiße Sorten, wie „Aquilegia cereluea – Kristall“, „Aquilegia vulgaris – Alba“, „Aqulilgia vulgaris – Clementine White“, Aqulilegia Hybride „White Barlow“, „Aquilegia vulgaris plane – Green Apple“ und die „Aquilegia caerulea – Spring Magic White“. Bereits 1410 wird die Akelei in dem Gemälde „Paradiesgärtlein“ dargestellt, dass heute im Frankfurter Museum Städel besichtigt werden kann. Auch Hildegard von Bingen erwähnt die Akelei als Heilpflanze und setzt sie gegen Erkrankungen mit Fieber ein. Aber vorsichtig! Die Akelei ist leicht giftig und sollte nie ohne fachkundigen Rat eingenommen werden. Besonders die Samen enthalten Blausäure.

Elfentanz im Double Border

Auch im Double Border gibt es Akeleien. Hier sind sie sortenrein und so ausgewählt, dass sie in Farbe und Struktur in das Gesamtkonzept des Beetes passen. Die vorherrschenden Farben sind Gelb und Weiss. Die gelbe Akelei ist die „Aquilegia caerulea Hybride – Maxi (oder Maxistar)“. Die weißen Sorten sind die bereits erwähnten „Aquilegia cereluea – Kristall“ und „Aqulilegia Hybride „White Barlow“. Im Weißen Garten findet man ebenfalls diese beiden Sorten und daraus entstandene weiße Hybriden. Sie schmücken mit Bart-Iris, Spornblumen, Kugellauch und Prärielilien das lange Beet.

Die Akelei ist vor allem in Mittel- und Südeuropa, Nordwestafrika sowie den gemäßigten Zonen Asiens verbreitet. Durch Kreuzungen und der damit entstandenen Vielfalt ist sie heute eine sehr beliebte Gartenpflanze, die sich leicht vermehren lässt. Lässt man sie aussamen, erhält man immer weitere Ausprägungen an Farbe und Form der Blüten. Hochgezüchtete Akeleien sollten allerdings nicht zur Samenreife kommen, da sie sonst ihre ganze Kraft in die Samenreifung legen und im nächsten Jahr nicht mehr aufgehen. Besonders bei den gelben Sorten scheint das der Fall zu sein.

Tipp für eine längere Blüte

Ich schneide Verblühtes bis zur nächsten Verzweigung oder bis zum nächsten Blatt ab. Dann schieben sie in den Blattachseln oft noch einmal nach und die Blütezeit verlängert sich. Das hört sich erst einmal nach viel Mühe und Arbeit an, ist aber gar nicht so schlimm, wenn man im Vorbeigehen immer wieder verblühtes mit den Fingern abzwickt. Die längere Blüte macht zudem jede Arbeit wieder wett.

Ich freue mich über weitere Ideen und Tipps zur Akeleien. Gerne darfst Du Deine Erfahrungen mit mir und den anderen Lesern in den Kommentaren teilen. Ich werde jetzt wieder meine Akeleien genießen und gehe wieder hinaus. Ich wünsche Dir viele schöne zarte Elfentänze in Deinem Garten.

Liebe Grüße,

Dein Sven.

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