Was grünt denn da?

Akelei (Aquilegia)

Sie ist für mich die bezauberndste Staude, die es gibt. Wenn es Feen oder Elfen geben sollte, dann lassen sie hier ihre zarten Kleider heranwachsen. Jede Blüte sieht wie ein Ballkleid aus. Auf ihren langen Stängeln tanzen sie elegant im Wind des Frühlings, als ob sie um ihre Träger werben würden.

„White Barlow“ leuchtet aus dem Beet.

Das tolle ist, dass Akeleien total unkompliziert sind. Sie wachsen fast überall, ob in der Sonne oder im Schatten, unter Gehölzen oder an einer freien Fläche, im Beet oder in den Fugen von Trittsteinen. Auch scheuen sie keine Liaison mit ihren Artgenossen und erzeugen dadurch die buntesten Nachkommen, die man sich vorstellen kann. Deshalb blüht die Akelei bei mir in jedem Beet.

In Massen ist sie traumhaft schön.

Das macht es manchmal kompliziert: Wer seine Akeleien sortenrein haben möchte, kauft sie besser beim Gärtner und eliminiert oder verschenkt die Nachkommenschaft. Als ich einen rein weissen Garten hatte, habe ich immer abgewartet, bis die neuen Akeleien geblüht haben. Kam eine andere Farbe als Weiss heraus, sind sie in andere Gärten umgezogen.

Zarte Pastelltöne bei einer halbgefüllten Akelei.

Im Frühjahr dominieren sie meinen Garten und ich liebe es, wie sie über allem tänzeln, dass noch nicht zur Blüte gekommen ist. Die Akeleien sorgen dann ganz klar für den großen Auftritt und überlassen nach der Blüte wieder den anderen Stauden das Feld. Es macht ihnen noch nicht einmal etwas aus, wenn sie für ein paar Wochen im Blättermeer der Anderen untergehen.

So bunt kann es werden. Eine gelebte Diversität.

Akeleien erscheinen uns mit seerosen- oder rosettenartigen Blüten, in allen möglichen Farben und Farbspielen, auf langen oder kurzen Stängeln. Für jedes Farbschema und jede Höhenstaffelung gibt es die richtige Akelei. Zudem gibt es eine heimische Sorte, die auch den Naturgarten glücklich macht. Wer regelmäßig verblühtes ausknipst, erhält die Blütenpracht bis in den Juli hinein. Das ist zwar viel Arbeit, aber sie lohnt sich.

Eine wunderbare Farbe für den Senkgarten.

Kleiner Steckbrief:

  1. Name: Akelei (Aquilegia)
  2. Blütenfarben: weiss, rosa, blau, gelb, rot, orange, braun, lila,… und in verschiedenen Farbmischungen und -nuancen
  3. Blütezeit: je nach Sorte von Mai bis Juni oder Mai bis Juli
  4. Höhe: je nach Sorte zwischen 15 bis 80 cm
  5. Licht: sonnig bis halbschattig
  6. Boden: frisch
Weiss in allen Facetten.

Aus meiner Sicht ist die Akelei ein absolutes Muss für jeden Garten. Zumindest sind sie in Bauern- und Landhausgärten auf keinen Fall weg zu denken. Sie bringen im Mai und Juni eine Blütenpracht, die ich nicht mehr missen möchte. Das „Kleiderlädchen für Feen und Elfen“ bleibt also geöffnet.

Eine märchenhafte Gartenzeit wünscht Dir,

Sven.

5 Comments

  • kleiner-staudengarten

    So schön, wenn sie im Frühjahr mit ihren traumhaften Blüten über die Beete tanzen…ja, feengleich.
    Hier wollen sie einfach nicht mehr werden, obwohl sie sich versamen dürfen wie sie wollen.
    Lieben Gruß und einen gemütlichen Abend, Marita

    • Sven

      Liebe Marita,

      ja, da gibt es auch ein Problem mit den Akeleien. Sie werden von einer Krankheit heimgesucht, die sie sterben lässt. Carrie von Touchwood Aquilegia hat die nationale Sammlung der Akeleien (GB) komplett an diese Krankheit verloren. Ich hatte im Jahr vorher noch Samen von ihr bezogen, die „Gott sei Dank“ noch nicht befallen waren. Ich kann mir meinen Garten ohne sie einfach nicht vorstellen. Wenn Dich das interessiert, habe ich hier einen Link zu Carrie: http://www.touchwoodplants.co.uk/aquilegiaseed.htm

      Liebe Grüße, Sven.

  • Renate Zickenheimer

    Hallo Sven, die englische Pilzerkrankung ist für Akeleien tödlich und tötet in der Regel den Gesamtbestand eines Gartens. Bisher sind wir im Festland-Europa verschont geblieben. Allerdings gab es letztes Jahr im Juli einen nachgewiesenen Krankheitsfall in der Mitte Deutschlands in einem Garten. (Ich berichtete darüber in Wurzerlsgarten). Auch bei uns gibt es eine Akeleienerkrankung, die allerdings weder zwangsläufig eine Pflanze tötet, noch den Bestand eines Gartens gefährdet. Man erkennt sie an verfärbten meist cremefarbenen Blättern und verkrüppelten Blüten. In dem Fall schneidet man einfach die Pflanze bodennah ab und normalerweise folgt dann ein gesunder Blattaustrieb.
    Bei Marita kann natürlich auch ein anderer Grund eine Rolle spielen. Wenn sie sich schöne Akeleien-Sorten gekauft hat, dann sind das nicht nur Schlamperl, die sich mit allen anderen Akeleien vermendeln, Du schriebst das auch, sondern es existiert auch das Problem, dass die kurzlebigen Stauden, sofern es nicht A. vulgaris Samen sind, in der Regel nicht selbständig aussäen und der Keimvorgang nicht erfolgt. Darum verschwinden eben die wunderbaren Hybriden nach 2 – 4 Jahren wieder. Am einfachsten ist es Pflanzen regelmäßig nachzukaufen, oder per Handbestäubung und Verhüterli und – ganz wichtig – Vorkultur, die Pflanzen selber auszusäen und vorzuziehen. LG Wurzerl

    • Sven

      Liebe Renate,
      vielen Dank für Deinen informativen Kommentar. Es freut mich, wenn die Leser das eine oder andere ergänzen. Schließlich braucht jeder Gärtner viele andere, die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Deinen Gartenblog finde ich wunderbar. Schön, dass ich ihn durch Deine Kommentare finden durfte. Er ist wunderbar gestaltet. Ganz anders, als so viele der Blogs. Ich werde, sobald ich Zeit habe, mit Dir auf Gartenreise gehen und Deinen Blog (vermutlich) verschlingen.
      Bis bald,
      Liebe Grüße, Sven.

  • Wolfgang Nießen

    Hallo Sven,
    ein sehr schöner Post, besonders die Kleider für die Feen haben mir gut gefallen. Ich muss immer wenn ich Krokusse sehe, an Feen denken.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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