Design,  Gartendekoration,  Mit Schaufel und Harke

Ansammlungen

Manchmal kommt ganz schön was zusammen. Wer der Sammelleidenschaft anheim gefallen ist, den läßt sie nicht mehr los. Man sucht, stöbert und findet. Möchte alles zusammentragen und letztlich seine Sammlung bis ins letzte Detail vervollständigen. Auch bei Gärtnern ist das Sammeln weit verbreitet. Schnell stapeln sich unzählige Töpfe mit Raritäten, die in Kombination nicht unbedingt immer schön anzusehen sind. Deshalb möchte ich Dir zeigen, wie Du Deine Sammlung richtig in Szene setzen kannst.

Tischarrangement im Garten von Mia und Hermann Hesse.

Wer Pflanzen sammelt, sammelt meist seltene oder solche Gewächse, die in vielen verschiedenen Ausprägungen zu finden sind. Hosta Funkien, Kakteen, Sukkulenten, Farne und neuerdings auch Dahlien, können schnell zur Sammelleidenschaft verführen. Solche Sammlungen finden sich oft in Töpfen wieder, damit sie nicht in den Beeten untergehen und jederzeit präsentiert werden können.

Besonders die Briten haben es sich zur Aufgabe gemacht alle Sorten einer Pflanze zu sammeln. Ist diese Sammlung vollständig oder die größte dieser Art in Großbritannien, wird sie zur „Nationalen Kollektion“ ausgerufen. Wer solch eine Sammlung in seinem Garten hat, hat oft nichts anderes mehr wachsen. Dann wird manchmal auch das Zusammenstellen auf dekorative Art und Weise kompliziert. Damit Dir nicht auch ein Durcheinander blüht, habe ich Ideen aus verschiedenen Gärten zusammengestellt.

Topfgarten

Topfarrangement im britischen Garten „Great Dixter“

Alles wild zusammenstellen. Das ist die Devise des Topfgartens. Das Endresultat soll ein schönes Beet aus Topfpflanzen sein. Deshalb macht es Sinn, dass man sich an die Pflanzregeln von Staudenbeeten hält. Hinten stehen die größeren Gewächse und Töpfe und im Vordergrund die Kleinsten. Ideal ist es, wenn sich Formen und Strukturen wiederholen. Sowohl in den Pflanzen, als auch in den Töpfen.

Setzkasten

In Sissinghurst haben die Aurikeln einen speziellen Platz.

Besondere Pflanzen müssen auch besonders in Szene gesetzt werden. Am besten auf Augenhöhe. Gut gelingt dies, wenn die Sammlung in einem Wandregal oder Setzkasten arrangiert werden kann. Dies hat zudem den Vorteil, dass empfindliche Gewächse etwas geschützter stehen können. Hierfür kann zusätzlich ein Glas- oder Gitterfenster vorgebaut werden. So haben nicht nur Wind und Wetter, sondern auch gefräßige Tiere keine Chance mehr. Ein weiterer Vorteil ist, dass weniger die Fläche und umso mehr die Höhe genutzt wird. Also mehr Platz für viele weitere Sammlerstücke.

Sammlung „to go“

In Lissie´s Garten wird auch mal schnell umgestellt.

Ist die Sammlung nicht zu groß, oder handelt es sich um kleine Pflanzen in kleinen Töpfen, kann sie auf einem Tablett, einem Leiterwagen oder sonstigen mobilen Gegenständen dekoriert werden. So kann die Sammlung immer dorthin gebracht werden, wo man sie gut sehen, oder vor Wetterkapriolen schnell in Sicherheit bringen kann. So sieht eine einfache Kultivierung empfindlicher Pflanzen aus.

Eintopf

Ein schöner Steintrog setzt die verschiedenen Dachwurzen gekonnt in Szene (Schloß Baldern).

Genügend große und breite Töpfe, Schalen und Kübel bieten sich ebenfalls für eine Sammlung an. Ein bisschen Eintopf schadet ja nicht. So kann man mit den Pflänzchen ganze Landschaften, Muster oder sogar Minigärtchen anlegen. Steine, Muscheln, vielleicht sogar Figuren und Häuschen können so hinzugefügt werden. Der Fantasie ist keine Grenze gesetzt. Diese Darbietungsart der Sammlung darf jedoch nicht mit stark wachsenden Pflanzen bestückt werden. Sonst drohen sie ineinander zu wachsen und das Arrangement sieht schnell unschön aus.

Gartenzimmer

Diese Buchssammlung im Museum der Gartenkultur hat ein eigenes Gartenzimmer.

Wie wäre es mit einem eigenen Gartenzimmer für die Sammlung? Egal, ob im Boden, in Töpfen oder in Hochbeeten, wer genug Platz hat, präsentiert seine Sammlung in einem eigens dafür angelegten Bereich im Garten. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: dieser Bereich kann exakt auf die Bedürfnisse der Sammlergewächse angepasst werden. So sind Boden, Wasser und Licht immer auf die Sammlung abgestimmt, damit sie beste Wachstumsbedingungen hat.

Bodenleben

Ein Gartenraum im Museum der Gartenkultur ist ganz den Dahlien gewidmet.

Ab ins Beet mit der Sammlung. Manchmal macht es keinen Sinn mehrere Hundert Töpfe in den Garten zu stellen. Der Aufwand der Pflege wird in heißen Sommern enorm. Weshalb also nicht die Sammlung direkt im Beet versenken? Es muss jedoch nicht immer die Verwendung einer Art sein. Die Sammlung kann auch mit anderen Pflanzen kombiniert und damit noch schöner arrangiert werden.

Tischlein deck dich!

Sommerdeko für einen romantischen Tisch im Garten von Mia und Hermann Hesse.

Meist stehen im Garten mehrere Tische bereit, die nicht täglich genutzt werden. Damit sind sie der perfekte Platz für das Arrangement einer Pflanzensammlung. Auch hier werden die Pflanzen auf eine besser einsehbare Höhe gebracht und fallen damit gleich ins Auge. Besonders Reizvoll wird das Ganze mit einem schönen Tisch und besonderen Töpfen. Diese geben der Dekoration den letzten Schliff. Besonders pfiffig wird es, wenn man den Tisch deckt und die Sammlung auf Tellern, Kochtöpfen, Schüsseln und Gläsern präsentiert.

Ab in’s Regal!

Auf „Great Dixter“ gelangt man von Hostas gesäumt ins Haus.

Die meisten Indoor-Sammlungen werden in Regalen präsentiert. Warum nicht auch im Garten? Ob am Hauseingang, auf der Terrasse oder direkt im Beet, ein Regal ist schnell gebaut. Es ist eine Platz sparende Methode, all seine Lieblinge sortiert und kontrolliert präsentieren zu können. Besonders Schatten- und Halbschattengewächse bieten sich für Regale an, da nicht für jede Pflanze das optimale Licht gewährleistet werden kann.

Blumentreppen

Blumentreppe bei beetwunderung.de

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Blumentreppen als verstaubte Kuriositäten aus Omas Zeiten galten. Doch immer mehr Gärtner erfreuen sich wieder an den praktischen Präsentationshelfern. Es gibt sie vor allem in Holz oder Metall und neuerdings auch im modischen Design. So passt die Treppe in jeden Garten und lässt sich leicht in die jeweiligen Gartenstile integrieren. Hier empfehle ich jedoch keinen zu großen Topfmix. Die Blumentreppe darf neben der Sammlung selbst wirken können.

Im Senkgarten schaut es fast mediterran aus.

Es gibt so viele spannende Ideen, wie man seine Pflanzensammlung gekonnt in Szene setzen kann. Egal, ob es sich um eine große oder kleine Ansammlung handelt, sie gehören zusammen arrangiert. Erst in größeren Gruppen stellt sich eine Wirkung ein. Also her mit den Gewächsen und Töpfen!

Viel Spaß beim Dekorieren wünscht Dir,

Dein Sven.

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