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Bakterienkrebs bei Dahlien

Dieses Jahr war im wahrsten Sinne des Wortes ein vernichtendes Jahr für Dahlien. Die vielen Regenfälle waren zwar notwendig für die Natur, haben den Dahlien aber besonders zugesetzt. Zum einen war es zu kühl und zu nass im Frühjahr. Das führte dazu, dass die Dahlien kaum wachsen wollten. Zum anderen haben sich, bedingt durch das feuchte Klima, die Schnecken explosionsartig vermehrt. Sie haben einen Großteil der Dahlien gefressen. Beim Ausgraben im Herbst fielen mir nun Wucherungen an den Knollen auf.

Wie eine blumenkohlartige Wucherung krönt der Krebs die Knollen.

An den Hälsen der Knollen haben sich blumenkohlartige Wucherungen gebildet. Betroffen sind ein Drittel der überlebten Dahlien. Zuerst war ich etwas irritiert. Ich baue Dahlien noch nicht so lange an und war mir deshalb nicht sicher, was das sein kann. Gehört das so? Ist es eine Art „Wachstumsexplosion“ aufgrund der gefrässigen Schnecken oder dem vielen Wasser?

Ich begann zu recherchieren und bin schließlich auf eine Erkrankung namens „Bakterienkrebs“ gestoßen, die durch Bakterien mit dem Namen „Agrobacterium tumefaciens“ ausgelöst wird. Sie erzeugen genau diese blumenkohlartige Wucherungen am Wurzelhals, die ich bereits an meinen Dahlien entdeckt hatte. Beim Vergleichen der Bilder mit meinen Dahlien war schnell klar, dass es sich um diese Krankheit handeln muss.

Für schöne Dahliensträuße braucht es gesunde Knollen.

Das Bakterium „Agrobacterium tumefaciens“ überträgt seine DNA auf die Pflanzen – übrigens nicht nur auf Dahlien – und verändert so ihren Bauplan. Übertragen wird das Bakterium nur über Verletzungen der Pflanze. Vermutlich wurde es bei meinen Dahlien durch die Fraßstellen der Schnecken übertragen. Durch diese Schadstellen konnte es ungehindert in das Gewebe eindringen.

Die veränderte DNA greift bei den Pflanzen in den Hormonhaushalt ein. Die Pflanze wird dazu angeregt Pflanzenstoffe Namens „Opine“ zu bilden, die die Bakterien als Nährstoff versorgen. Für die Pflanze ist dieser Stoff nutzlos und fordert von ihr bei der Produktion viel Energie.

Letztlich heisst das für meine Dahlien, dass ich sie von den gesunden Pflanzen trennen und entsorgen muss. Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Dahlien im Winterquartier gegenseitig anstecken. Mittel gegen diese Erkrankung gibt es leider nicht. Entsorgt werden die kranken Pflanzen über den Hausmüll und nie auf dem Kompost. Dies würde sonst zu einer weiteren Verbreitung im Garten führen.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte. Pflanzt an die Stelle im Garten keine Dahlien mehr. Auch etwas Erde kann abgetragen werden, damit das Bakterium für die Zukunft weitgehend entfernt wird. Ganz entfernen kann man das Bakterium allerdings nicht. Deshalb müssen die zukünftigen Dahlien gut gehegt und gestärkt werden.

Ich verabschiede mich mit diesen nicht so guten Nachrichten und baue auf das nächste Jahr mit frischen Knollen.

Liebe Grüße,

Dein Sven.

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Weiterführende Links (Werbung ohne Gegenwert):

Hier geht es zum Wikipedia-Eintrag des Bakteriums.

Hier geht es zum Eintrag bei Pflanzenforschung.de.

Meine Artikel zu Dahlien:

Dahlie (Dahlia)“ bei „Was grünt denn da?“

„Dahlien einlagern“ bei „Tipps und Tricks“

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