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Einmal Garten; hin und zurück.

Ein Garten ist nie fertig und er wird in zehn Jahren anders aussehen als heute. Jetzt – im Jahr 2020 – sind wir nach der Gartenumstrukturierung im Jahr Null unseres Arts-&-Crafts-Gartens von Lissi´s Haus. Und trotzdem wollen noch so viele Projekte geschafft, so viele Pflanzen getestet und so viel dekoriert und umgestaltet werden.

Es wird sicherlich noch einige Updates zu unserem Garten geben, die ich in dieser Rubrik an Dich weiter geben möchte. Und ich werde auch noch näher auf einzelne Gartenbereiche eingehen.

Unser Garten gliedert sich in mehrere Gartenräume:

  • Schattengarten
  • Rosengarten
  • Entré
  • Double oder Mixed Border
  • Café-Laube
  • Weißer Garten
  • Terrasse
  • Senkgarten
  • Sonnendeck
  • Kräuter- und Gemüsegarten

Jetzt könnte man denken, dass unser Garten riesig sein müsste. Aber genau das ist er nicht. Er ist ein ganz normal großer Hausgarten mit ca. 500 qm, der sich wie ein „U“ um das Haus legt.

Der Garten wurde im Herbst 2019 nach einem selbst entwickelten Gartenplan umgestaltet. Dies geschah mit Hilfe eines Gartenbauers, der die unterschiedlichen Höhen modellierte und Wege, Plätze und Mauern integrierte. Die Pflanzung übernahmen wir selbst.

Der Garten hatte bei unserem Einzug kaum Beete und Pflanzen und entsprach einem typisch „deutschen“ Hausgarten mit viel Rasen. Schon damals haben wir dem Garten – ohne größere Umbaumaßnahmen – unseren Stempel aufgedrückt. Neue Beete wurden angelegt und ein weisser Staudengarten entstand. Mit dem Umbau bekam er endlich eine Struktur und mehrere Farbbereiche.

Der Garten ein paar Jahre vor unserem Einzug.

Vorbild für unserem Garten sind vor allem die britischen „Arts & Crafts -Gärten“. Wir haben im Vorfeld viel recherchiert und auch viele Gärten angesehen. Eine Gartenreise nach England brachte schließlich den letzten Anstoß und vervollständigte unsere Planung.

Ideen für die farbliche Gestaltung der Beete lieferte vor allem der Garten in Sissinghurst. Vita Sackville-West´s Gespür für Farbkombinationen ist einfach unbeschreiblich.

Farbliche Harmonie im Rosengarten von Sissinghurst.

Für die Struktur unseres Gartens und das Flair, dass darin vermittelt werden soll, war neben Sissinghurst auch der Garten von Virginia und Lennard Woolf (Monks House) und der Garten von Vanessa Bell (Charleston Farmhouse) eine wichtige Inspirationsquelle.

Sorgfältig geplante Gartenräume gegliedert mit Mauern und Wegen in Monks House.
Im Garten des Charleston Farmhouse fühlt man sich sofort wohl.

Außerdem haben wir uns an Schaugärten in Deutschland und Gärten der Familie und Freunden orientiert. Letztlich ist unser Garten ein englischer „Arts & Rafts“-Garten mit modernen und „Cottage-Garten“-Anteilen. Ich hoffe, dass er das Flair dieser Gärten vermitteln kann. Ob der Garten dies im „Jahr Null“ schon schafft, darfst Du selbst beurteilen. Ich nehme Dich nun mit in unsere unterschiedlichen Gartenräume.

Schattengarten:

Der Schattengarten ist im Moment noch ein Experimentierfeld und kommt einem Cottage-Garten am nächsten. In diesem Gartenraum wächst alles etwas wilder. Viele der Pflanzen, die wir bereits vorher schon im Garten hatten, haben hier einen Platz gefunden. Zudem sind sie mit neuen Pflanzen arrangiert, die bisher noch nicht bei uns gewachsen sind, wie Bärenklau, Taglilie und Wolfsmilch.

Der Schattengarten liegt im Vorgarten und wird als erstes gesehen.

Die Farbe Weiss spielt im Schattengarten die Hauptrolle und wird durch wenige zarte Pastelltöne in Lila oder Rosa unterbrochen. So haben wir fast einen weißen Gartenbereich.

Der Blick über den Zaun zeigt viele Schattenpflanzen, wie Hosta Funkien und Hortensien.

Leider ist unser Schattengarten im Moment noch nicht voll beschattet. Hierzu müssen unsere Bäume erst noch wachsen. Deshalb stimmt der Name noch nicht ganz.

Im Sommer finden weisse Dahlien einen Platz im sonnigen Bereich.

Dem Schattengarten fehlt noch etwas Struktur. Diese soll durch immergrüne Hecken und Formgehölze etabliert werden. Auch ein Mäuerchen aus Backstein und ein Brunnen werden ihren Platz noch finden.

Deko am Zaun des Schattengartens.

Rosengarten:

Dem Rosengarten sieht man noch am ehesten an, dass er erst ein Jahr alt wird. Viele der Rosen sind neu und deshalb noch klein. Zuerst war an dieser Stelle ein Carport geplant. Wir entschieden uns letztendlich dazu, diesen Platz zu begrünen und das Auto weiterhin auf der Straße zu parken. Bisher haben wir diese Entscheidung nicht bereut.

Der Blick über den Gartenzaun in den Rosengarten.

Der Rosengarten beherbergt Rosen von Weiß bis Rosa. Hauptsächlich sind es englische Strauch- und Beetrosen. Umschmeichelt werden sie von Stauden, wie Salbei, Kugeldistel und Katzenminze – um nur eine Auswahl zu nennen. Ein Kreuzweg und ein weiterer gepflasterter Weg gliedern den Rosengarten in fünf Pflanzbereiche.

Der gekreuzte Weg gliedert diesen Bereich in vier Beete.

Interessant wird der Rosengarten durch das „Patagonische Eisenkraut“, das alles zart überragt und auch dann noch Farbe ins Beet bringt, wenn die Rosen eine kleine Blüh-Pause einlegen.

Im Rosengarten gibt es noch einen leeren, unbepflanzten Bereich, der bald einer Gartenhütte weicht. Hier sollen unsere Mülleimer, Gartengeräte und der Grill einen Platz finden. Ich freue mich auch schon auf eine schöne Rambler-Rose, die die Hütte überwuchern soll.

Die Rose und ihr Hofstaat.

Entré:

Der perfekte Platz um Gäste zu empfangen: Hier wird der Aperitif eingenommen oder mit den Nachbarn geplaudert. Manchmal sogar der Nachmittags-Kaffee getrunken, wenn an heißen Tagen dringend Schatten gebraucht wird.

Hier lässt es sich gut Gäste empfangen.

Der von einer Backsteinmauer und einer Eibenhecke geschützte Platz bietet einerseits Privatsphäre, andererseits einen Blick zum Schatten- und Rosengarten und zum Double-Border, welches in den hinteren Teil des Gartens führt.

Schnell und unkompliziert ist alles neu arrangiert.

Pflanzen gibt es hier in Töpfen, wie die zwei Olivenbäumchen, der Lorbeerbaum oder Arrangements mit einjährigen Blühern. Hier kann alles umgestellt und neu dekoriert werden, so dass den Gästen immer wieder etwas Besonderes präsentiert werden kann.

Mit Töpfen bleibt man flexibel.

Mixed- oder Double-Border:

Dass unser Garten den britischen Arts-und-Crafts-Gärten nachempfunden ist, tritt in diesem Gartenraum besonders deutlich hervor. Das typische Mixed-Border befindet sich im Übergang vom vorderen zum hinteren Gartenbereich und ist von einer Üppigkeit an Pflanzen geprägt, wie kein anderer Teil in unserem Garten.

Zu jeder Jahreszeit wirkt das Beet imposant.

Ganz in Weiß und Gelb gehalten blüht es hier fast das ganze Jahr hindurch und die meisten Gartenbesucher sind an dieser Stelle des Gartens richtig begeistert. Die Blütenpracht lässt sich gut beim „Hindurchschreiten“ oder sitzend von einer kleinen Bank bewundern.

Von hier aus lässt sich das Border herrlich betrachten.

Eyecatcher sind die schwarzen Rankgerüste, wie sie oft auch in Großbritannien zu sehen sind. Hier werden sie mit einer nicht zu stark wachsenden Rambler-Rose berankt. Der Blick wird anschließend auf die Café-Laube und den darauf platzierten Töpfen ans Ende des Beetes gelenkt und macht neugierig auf diesen kleinen Sitzplatz.

Ständig wechselt das Aussehen des Mixed-Borders.

Café-Laube:

Unsere Café-Laube ist ein kleiner Platz, der von zwei Seiten mit einem Rankgerüst umschlossen wird und etwas versteckt hinter Büschen und Beeten zu finden ist. Berankt wird sie von mehreren Klematis und von einer Ranblerrose, für die dieser Platz leider zu schattig zu sein scheint. Ich bin jedoch guter Hoffnung, dass sie das Rankgerüst doch noch erklimmen wird.

Blick vom weißen Garten auf die Café-Laube.

Hier kann man bis zur Mittagszeit im Schatten sitzen, so dass es bis zu dieser Tageszeit der kühlste Bereich im Garten ist. Das dankt uns auch unsere Hosta-Sammlung, die zu einem Teil hier untergebracht ist. Sie säumen den Platz und sind in Töpfen eine tolle, mobile Dekorationsmöglichkeit.

So kommt man vom Mixed Border auf die Café-Laube zu.

Leider wird es zum Nachmittagskaffee, zumindest im Hochsommer, zu heiß. Es ist zu hoffen, dass unsere Kletterpflanzen im nächsten Jahr für mehr Schatten sorgen.

Weißer Garten:

Der Weiße Garten ist zum Einen ein Überbleibsel aus unserem alten Garten, mit seinen großen Ballhortensien und der Dreiblattspiere. Zum Anderen ist er zur Terrasse hin neu gestaltet. Der neue Teil umfasst zwei Faulbäume und eine formale Pflanzung mit Immergrünen und Rosen.

Blick vom weißen Garten zum Senkgarten.

Dieser Teil des Gartens ist ein Durchgangsort zur Terrasse und zum Senkgarten. Aber es ist auch der Teil, der aus dem Haus gut gesehen wird und deshalb auch etwas hermachen sollte.

Blick vom Haus und der Terrasse.

Von hier aus werden die Gäste auf der Terrasse mit Grillgut versorgt. Ein kleines Plätzchen mit Wasserbasseng und einem weiteren Teil unserer Hostasammlung bietet gerade noch genug Platz für den Grill, der bei Bedarf dort aufgestellt wird.

Terrasse:

Die Terrasse ist noch nicht ganz fertig. Irgendwann soll sie überdacht werden. Belebt wird sie trotzdem. Vor allem morgens zum Frühstück und abends als sozialer Mittelpunkt. Schnell sind Tische und Stühle neu arrangiert. Je nach Anzahl der Personen kann der Raum damit optimal genutzt werden.

Ein Platz an der Sonne.

Eingesäumt ist dieser Bereich von einer Backsteinmauer und beherbergt, außer dem Mobiliar, mediterrane Pflanzen in Töpfen. Dieser Gartenraum steht fast den ganzen Tag in voller Sonne. Hier findet man deshalb Pelargonien, Agapanthus, Rosmarin und eine Feige, die prächtig gedeiht.

Viel Platz für weitere Gäste.

Senkgarten:

Ein weiteres Highlight des Gartens ist der Senkgarten. Dieser liegt einen guten Meter tiefer als die vorherigen Gartenteile und ist umschlossen von Mauern und Hecken. Hier entsteht ein Kleinklima, dass im restlichen Garten nicht mehr zu finden ist.

Durch die wärmespeichernde Eigenschaft der Mauern bleibt es immer warm, jedoch nie zu heiß, da vier Platanen diesen Raum strukturieren und ihm Schatten spenden. Damit ist das Klima in diesem Gartenraum immer angenehm mild. Dies hat zur Folge, dass man schon sehr früh im Jahr draußen sitzen kann, weshalb der Senkgarten auch unser Frühlingsgarten ist.

Die Bepflanzung der Beete ist so ausgelegt, dass bereits zeitig im Jahr die Blühsaison beginnt. Die Christrosen machen den Anfang und werden gefolgt von einer Unzahl an Zwiebel- und Rhizomblühern, wie Muskari, Anemonen, Tulpen und Kaiserkronen. Der Garten explodiert im Frühjahr buchstäblich.

Der Senkgarten wird zudem von einem Element besonders bestimmt: Unserem viktorianischen Gewächshaus, dass wir uns lange ersehnt und erspart haben.

Sonnendeck:

Hier muss noch einiges gemacht werden. Das Sonnendeck befindet sich auf unserer Garage und soll der Soziale Mittelpunkt bei größeren Feiern werden. Leider fehlt uns noch einiges um den Raum nutzen zu können: Eine Treppe, ein Geländer und eine Überdachung. Dieses Projekt wird noch etwas dauern…

Kräuter- & Gemüsegarten:

Der Bereich hinter dem Gewächshaus beherbergt vor allem unseren Kompost und zwei Hochbeete. Im Entstehen kam mir die Idee den verbliebenen Raum für Kräuter zu nutzen. Hier findet man vom Gewürz- bis zum Heilkraut einiges Nützliches und die Insekten lieben diesen Bereich.

Kräuter wachsen an jeder freien Stelle.

Es bleibt abzuwarten, ob die Kräuter nicht zu sehr wuchern und man wieder einiges reduzieren muss, um weiterhin hindurch gehen zu können. Trotzdem darf es hier wild werden.

In den Hochbeeten und in Töpfen wächst Essbares.

Man findet hier auch einige Obst- und Gemüsetöpfe. Zwar ist der Garten eher auf Blumen ausgerichtet, trotzdem möchte man hin und wieder etwas eigenes aus dem Garten essen können: Physalis, Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen, Rhabarber, Salat, Kohlrabi,… wachsen hier und im Gewächshaus, in kleinen aber feinen Mengen.

Nun haben wir unseren Rundgang beendet. Vielleicht hast Du noch ein paar Ideen oder Anregungen zu unserem Garten? Vielleicht möchtest Du zu dem Einen oder Anderen noch etwas sagen? Wir kommen auf jeden Fall wieder darauf zurück. Vielleicht sogar durch Deine Kommentare.

Sei lieb gegrüßt,

Dein Sven.

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