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Meine 10 besten Bienenstauden

Im Garten summt und brummt es unaufhörlich. So viele Bienen und weitere Insekten hatte ich noch nie. Trotz der weltweit immer weiter sinkenden Zahl an Insekten, ist der Garten von Lissie’s Haus in Sachen Biodiversität weiter auf dem Vormarsch. An sonnigen Tagen muß man sogar aufpassen, nicht ständig Zusammenstöße mit Bienen und Hummeln zu provozieren. Natürlich braucht es für die Masse an Insekten auch die passenden Pflanzen. Deshalb stelle ich Dir nun die „Top Ten“ der Bienenmagnete aus meinem Garten vor.

Lauch – Allium

Die Winterheckenzwiebel landet nicht nur auf unserem Teller.

Der Lauch gehört zu den absoluten Frühjahrs-Lieblingen der Bienen und Hummeln. Dabei spielt es keine Rolle, ob es der opulente Zierlauch Allium „Mount Everest“, der Goldlauch „Allium moly“, die Winterheckenzwiebel „Allium fistulosum“ oder der Bärlach „Allium ursinum“ ist. Alle sind beliebte Necktarquellen und finden sich in meinem Garten wieder. Das schöne ist, dass sie sich von selbst vermehren und traumhaft aussehen. Besonders der Bärlauch hat es geschafft nach wenigen Jahren einen Teppich aus weißen Blüten zu zaubern. Die zierenden Blüten sind im Frühjahr über und über mit Insekten bedeckt. Besonders Bienen und Hummeln können nicht von ihnen ablassen.

Wicken – Lathyrus

Ein verführerischer Duft und vermutlich noch mehr leckerer Nektar. Das findet die Holzbiene.

Auch Wicken gehören zu den beliebten Bienenpflanzen. Allerdings habe ich schnell gemerkt, dass besonders die Duftwicken von Insekten besucht werden. Wicken habe ich schon immer im Garten. Es gibt sogar mehrjährige Sorten. Allerdings habe ich seit diesem Jahr auch Duftwicken und ich muß sagen, dass ich nächstes Jahr hundertprozentig wieder welche anbauen werde. Der Duft ist ein Traum. Ich pflücke mir unentwegt kleine duftende Sträußchen. Das Besondere in Sachen Insekten ist jedoch, dass der Nektar der Duftwicken zur Leibspeise der Holzbienen gehört. Sie fliegen unentwegt an unserem Gartenzaun vorbei, an dem sich die Wicken entlang winden. Ein imposanter Besuch, der einen staunen lässt.

Salbei – Salvia

Auch beim Muskatelölersalbe findet die Holzbiene etwas zu essen.

Der Salbei ist in jeglicher Form ein Bienenmagnet. Egal, ob einjährige oder mehrjährige Sorten, ob groß oder klein, weiß, lila oder rosa. Er schafft es die Insektenwelt anzuziehen. Zudem ist der Salbei eine unkomplizierte Pflanze, die auch gut mit Trockenheit zurecht kommt. Er ist eine krautige Pflanze und wirkt desinfizierend. Ein Tee aus den Blättern ist für mich der Favorit bei Halsschmerzen. Es gibt also viele Gründe den Salbei in den Garten zu holen. Schneidet man Verblühtes ab, blüht er noch ein zweites Mal. Der Muskatellersalbei ist übrigens eine ebenso große Lieblingspflanze für Holzbienen, wie die Duftwicke. Blüht bei mir diese Salbeiart, habe ich unter Garantie die Holzbiene im Garten.

Königskerze – Verbascum

Die Königskerze „Flash of White“ ist besonders beliebt.

Königskerzen gibt es in verschiedenen Farben, Größen und Blütezeiten. Damit findet sich für jeden Garten das passende Gewächs. Ich habe eine früh blühende, kleine Sorte in weiß und eine später blühende Riesensorte in gelb. Beide werden von Bienen und Hummeln geliebt. Die kleinere Sorte kann jedoch in Sachen Insekten weitaus mehr punkten. Sie wird mit Vorliebe von dicken Hummeln besucht. Leider sind sie keine Dauerblüher und der Nektar geht irgendwann wieder zu Ende. Aber die Blütenskelette sind der perfekte Überwinterungsplatz für Insekten. Sozusagen ein Bed & Breakfast für geflügelte Wesen.

Malve – Malva

Viel Nektar verspricht die Wilde Malve.

Wer Wildbienen etwas bieten möchte, kommt an den Malven nicht vorbei. Es gibt mittlerweile so viele Sorten. Gerne mögen Bienen die „Malve sylvestris“, eine wilde Malve. Sie bietet alles, was sich Bienen wünschen. Mit ihren ungefüllten Blüten bieten sie viel Platzt zum Landen und Schlemmen. Auch die Kultursorten der Malve, die Stockrosen oder auch die Alcea-Hybriden bieten unkompliziert Nektar. Zumindest wenn sie ungefüllt sind. Bei mir im Garten blüht die wilde Malve und zwei der Alcea-Hybriden. Die Bienen nehmen sie nur all zu gerne an.

Kugeldistel – Echinops

Wie von einem anderen Stern: die Kugeldistel.

Die Kugeldisteln machen sich sehr gut im Garten. Sie bringen Struktur ins Beet. Irgendwie wirken sie, als seien sie von einem anderen Stern. Ich habe mir einen Zweig in die Vase gestellt und es sieht wunderbar klar, strukturiert – und einfach wunderschön aus. Die Struktur spiel für unsere geflügelten Tierchen sicher keine Rolle. Das Nektarangebot aber schon. Wie bei einem Lollipop können die Bienchen rundherum naschen. Schade, dass sie so kleine Münder haben und die leckeren Kugeln nicht komplett in den Mund stecken können.

Spornblume – Caprifoliaceae

Die Spornblume ist eine mediterrane Staude.

Ich liebe die Puffs aus weißen Blüten. Sie verschönern mein Double Border und gehören zu den Pflanzen, die lange blühen und alles schön miteinander verbinden. Wie Wölkchen thronen sie über der ersten Reihe Pflanzen im Beet und an der einen oder anderen Stelle sind sie die perfekten Lückenfüller. Für Hummeln und Schmetterlinge sind sie die kulinarische Verführung. Mit ihren langen Rüsseln dringen sie bis zum Nektar vor und saugen die Miniblütchen leer. Wer Verblühtes abschneidet erhält viele weitere Blüten bis in den Herbst hinein und sorgt so für ein traumhaftes Bild im Beet.

Sterndolde – Astrantia

Auch die Sterndolde ist einheimisch und zählt zu den Doldenblütlern.

Sterndolden gehören zum Gesicht des Schattengartens und des Senkgartens. Bei mir wächst die Sorte „Shaggy“. Die Sterndolde ist einheimisch und es gibt auch eine wilde Sorte, die sich wunderbar im Garten macht. Doldenblütler sind klasse Nektarpflanzen und beliebt bei allen Insekten. Auf den ersten Blick erscheint die Sterndolde gar nicht als Dolde, aber wenn man genau hinschaut, erkennt man die einzelnen sternförmigen Blütchen, die von Hüllblättern umgeben sind. Auch sie sind viel besucht. Das tolle ist, dass sie im Schatten und Halbschatten funktionieren und durch die weiße Farbe alles im Dunkel erhellen. Ein Signal für alle Nektarfresser.

Waldgeißbart – Aruncus

Der Waldgeißbart ist eine prächtige und imposante Schattenstaude.

Der Waldgeißbart ist die Nektarpflanze des Schattens. Aber nicht nur dort liefert er Futter für Bienen. Auch in der Sonne und im Halbschatten macht er eine gute Figur. Vorausgesetzt der Boden ist feucht genug. An seinen flauschigen Blüten tummelt sich alles, was den Namen „Insekt“ trägt. Hier kommen alle ideal an ihre Nahrung und es summt und brummt unbeschreiblich. Geht man am Waldgeißbart vorbei, muss man aufpassen, nicht in die Flugbahn zu geraten. Bei so viel Flugverkehr ist das kein Wunder.

Fingerhut – Digitalis

Mit ihren Kelchblüten verzaubert sie jedes Gärtnerherz.

Dicke Hummeln, Wespen, Bienen. Alle findet man am Fingerhut. Man muß schon ein Flugkünstler sein, um von unten in die Blüte fliegen zu können. Dann sieht man erst einmal nichts mehr von dem Tierchen und hört nur noch ein störrisches Summen aus der Kelchblüte. Gespickt mit dem Pollen und mit vollem Bauch kommen die Insekten wieder heraus. Scheinbar ist der Nektar besonders gut, denn zufrieden sehen alle aus. Der Fingerhut samt sich selbst aus und siedelt sich immer wieder im Garten an. Auch er hat einheimische Kollegen, die bei den Insekten gut ankommen.

Jetzt muß der Tisch für unsere Bienen nur noch gedeckt werden. Was möchtest Du servieren? Was ist bei Dir geboten? Sicher gibt es noch weitere Insektenmagnete, die ich noch nicht genannt habe. Sofern Du ergänzen möchtest, darfst Du das gerne in den Kommentaren tun. Die anderen LeserInnen und ich freuen uns über jeden weiteren Tipp.

Liebe Grüße und viele geflügelte Besucher wünscht Dir,

Dein Sven.

One Comment

  • Birgitt

    Sehr schön beschrieben! Die beschriebenen Pflanzen habe ich in meinem Garten, nur Wicken wollen dort nicht wachsen. Aber dafür sind die anderen Blütenpflanzen sehr ver-lockend für Insekten

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