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Dahlien vorziehen

Mit ihren üppigen Blüten machen sie jedes Beet und jeden Topf zu einem absoluten Hingucker. Sie gehören deshalb schon seit Jahren zu meinen Sommergästen im Garten, denn Dahlien sind nicht winterhart. Deshalb werden sie im Herbst ausgegraben, gesäubert und im Keller eingelagert. Jetzt habe ich sie aus dem Winterschlaf erweckt und ziehe sie in Töpfen vor. Weshalb ich das mache und wie man Dahlien vorzieht, zeige ich Dir jetzt.

Das Vorziehen von Dahlien macht durchaus Sinn. Ein Vorteil ist, dass die Blütezeit um einen Monat verlängert werden kann, denn die Knollen dürfen erst Anfang bis Mitte Mai ins Beet, wenn kein Bodenfrost mehr droht. In diesem Fall erscheinen die Blüten erst gegen Juli. Beim Vorziehen können sie mit ihrer Üppigkeit schon im Juni den Garten bereichern. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie als ganze Pflanzen mehr gegen Schnecken aufbieten können. Schnecken haben die jungen Triebe zum Fressen gern. So scheitert der Anbau aufgrund des Schneckenfraßes in so manchem Garten. Sind die Pflanzen hingegen schon groß, macht es nicht mehr viel aus, wenn das eine oder andere Blatt fehlt.

Diese Dahlie darf im Topf blühen und verschönert so den Topfgarten.

Da ich viele Schnecken habe und die Blüte gerne verfrühe, wecke ich meine Dahlien nun aus dem Winterschlaf. Möglich ist dies bereits ab Mitte Februar und lohnt sich bis Mitte April. Später ist das Vorziehen nicht mehr sinnvoll und man sollte besser Anfang Mai direkt ins Beet pflanzen. Wer jedoch früh beginnt, sollte bedenken, dass Dahlien genügend Licht brauchen, damit sie starke Stengel ausbilden können. Bei Lichtmangel vergeilen sie gerne und können später das Gewicht der Blüten nicht mehr tragen. Wer also im Februar schon beginnt, braucht sehr große Fenster, ein beheiztes Gewächshaus oder einen Wintergarten. Deshalb ziehe ich frühestens Ende März vor.

Vor dem Einpflanzen braucht es allerdings noch ein paar wenige Pflegemaßnahmen, damit die Dahlien auch sicher gedeihen. Ich kontrolliere vorab, ob abgestorbene, vertrocknete oder verfaulte Knollenteile vorhanden sind. Diese entferne ich, da sie in der Erde faulen und sich die Fäulnis weiter auf die anderen Knollen ausbreiten könnte. Dann wäre die Dahlie verloren. Ebenfalls entferne ich Knollenteile, die nicht mehr richtig an der Gesamtknolle hängen. Ganz vertrocknete Dahlienknollen lege ich ein paar Stunden in lauwarmes Wasser, bevor ich sie pflanze. Hier gibt es allerdings keine Anwachsgarantie mehr.

Sind sie erst einmal eingewachsen, blühen sie ohne Unterlass.

Manche Dahliengärtner legen alle Knollen vor dem Pflanzen ein paar Stunden in lauwarmes Wasser. Das hilft dem Austrieb auf die Sprünge. Da ich sehr viele Knollen habe, mache ich das nicht. Der Aufwand ist mir zu groß und bisher sind meine Dahlien auch immer gut ohne Wässern aufgegangen. Mit dem Wasser haben es Dahlien übrigens auch nicht so sehr. Sie mögen absolut keine Staunässe und drohen schnell zu verfaulen – auch wenn sie durstig sind. Deshalb sollte man es mit dem Wässern auch nicht zu gut meinen.

So vorbereitet können die Dahlienknollen eingepflanzt werden. Ich nutze dazu die Plastiktöpfe, die ich von meinen Pflanzenkäufen aufgehoben habe. Wer jedoch die Dahlien als Topfpflanzen auf Balkon und Terrasse nutzen möchte, kann diese auch direkt in den letztendlichen Töpfen heranziehen. Da Dahlien Starkzehrer sind, nutze ich zum Vorziehen bereits gedüngte und torffreie Bioerde. Wer ungedüngte Erde zur Hand hat sollte Hornspähne einarbeiten und zu Anfang Flüssigdünger nutzen. Der Umwelt zuliebe achte ich auf jeden Fall auf organischen Dünger. Brennnesseljauche wäre klasse. Ich rate allerdings vom Einsatz im Haus, aufgrund des starken Geruchs, ab.

Im Keller mit Tageslicht lasse ich meine Dahlien antreiben. Dann geht es ins Gewächshaus!

Zum Einpflanzen schütte ich erst etwas Erde in den Topf und fülle ihn etwa zu einem Drittel. Dann stelle ich die Dahlienknolle in die Erde und achte darauf, dass der alte vertrocknete Stiel nach oben schaut. Im Anschluß wird die Erde weiter aufgefüllt, bis nur noch der Stiel zu sehen ist. Beim Angießen muss überschüssiges Wasser gut ablaufen können. Jetzt muss der Topf nur noch im Haus oder in einem warmen Glashaus aufgestellt werden. Bei genügend Licht und einer Temperatur über fünfzehn Grad treiben die Knollen recht schnell aus.

Hier haben sie viel Licht – Dahlien im Gewächshaus.

Haben die Pflanzen bereits mehrere Blattpaare gebildet, Köpfe ich den obersten Trieb. Das hat zur Folge, dass in den Blattachseln darunter neue Triebe gebildet werden und die Pflanze buschiger wird. Diesen Vorgang nennt man „Pinzieren“. Damit gibt es im Sommer noch mehr Blüten und die Pflanze wird nicht so krakelig. Je nach Einsatzort kann es aber auch sinnvoll sein, dies nicht zu tun, denn dann wird die Pflanze höher.

Ausgepflanzt werden sie erst, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Das ist in den meisten Regionen zwischen Mitte und Ende Mai. Als Faustregel gilt, dass sie erst nach den Eisheiligen ins Freie dürfen. Aufgrund des etwas unsteten Wetters in den letzten Jahren, achte ich jedoch auf die Wetterinformationen und verlasse mich nicht nur auf die Eisheiligen. Dann gibt es auch keine bösen Überraschungen.

Vorgetrieben trotzen sie auch den schnell wachsenden Stauden.

Machst Du beim Vorziehen der Dahlien etwas anders? Wie immer gibt es viele Wege und Möglichkeiten zum Dahlienglück. Über einen Kommentar und weitere Tipps freue ich mich immer sehr. Viel Spaß mit den Dahlien wünscht Dir,

Dein Sven.


Weitere Informationen (Werbung ohne Gegenwert):

Unter der Rubrik „Was wächst denn da?“ gibt es weitere Informationen zu Dahlie.

Achtung! Pflanzen mit diesen Merkmalen entsorgen und nicht weiter anbauen!

So werden die Dahlien im Herbst eingelagert.

Hier gibt es weitere Informationen zum Pinzieren.

One Comment

  • Lony

    Guten Morgen lieber Sven,

    ich bin ja Neu-Gärtnerin und habe mit diesem schönen Artikel wieder dazu gelernt. Dahlien finde ich traumhaft schön! Bei einer Landpartie im Herbst rund um das Schloss Dyck in Jüchen bewundere ich jedesmal ein riesengroßes, knallbuntes Dahlienfeld mit den unterschiedlichsten Sorten. Es ist einfach eine Pracht, anzusehen!

    Habe schöne Ostertage, das Wetter soll ja vorbildlich werden für uns Gärtner 😉

    Ganz liebe Grüße sendet Lony
    von der bunten Landpartie x

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